Bistum Basel

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Eine Kapelle der Versöhnung

Jeder Mensch muss sich im Laufe des Lebens mit Widrigkeiten und Widersprüchlichkeiten in irgendeiner Form auseinandersetzen. Die Lösung klingt häufig so einfach und fällt zuweilen dennoch schwer: Frieden schliessen. Die St. Anna-Kapelle in Therwil bietet Raum für die Erfahrung von Frieden und Versöhnung. Vergangenen Sonntag ist die neu gestaltete Kapelle durch Generalvikar Markus Thürig eingesegnet worden.

Von Nicole Jörg

Elke und Ralf Kreiselmeyer, Gemeindeleiterehepaar der Pfarrei St. Stephan Therwil, freuten sich, dass nach der Einsegnung der umfangreich sanierten Pfarrkirche St. Stephan im November 2019 nun auch die St. Anna-Kapelle renoviert wurde – umgestaltet zu einem Ort des Friedens und der Versöhnung. Die Kapelle wird von nun an für Versöhnungsgespräche, für Seelsorge- und Beichtgespräche sowie für Gottesdienste der christkatholischen Schwesterkirche genutzt. Sie steht täglich für all jene offen, die einen Moment der Stille suchen.

Die Kapelle offenbart sich als kleiner, von Tageslicht erfüllter Raum, umgeben von erlesener Kunst und einer wunderbaren Anna-Selbdritt-Darstellung. Letztere zeigt Anna, der Legende nach die Grossmutter Jesu, und Maria, die Mutter Jesu und Jesus selber – ein Bild grossmütterlicher und mütterlicher Barmherzigkeit.

Versöhnung, ein heilsames Wagnis
Im Bussakt zitierte Generalvikar Markus Thürig den Kolosserbrief: „Mit Christus wurdet ihr in der Taufe begraben, mit ihm auch auferweckt, durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihn von den Toten auferweckt hat. Ihr wart tot infolge eurer Sünden; Gott aber hat euch mit Christus zusammen lebendig gemacht und uns alle Sünden vergeben.“ (Kol 2,12) Markus Thürig lud anlässlich der Eröffnung eines Ortes des Friedens und der Versöhnung ein, das sonntägliche Taufgedächtnis zu feiern.

In seiner Homilie verwies Markus Thürig auf Saulus von Tarsus, welcher als ausgebildeter jüdischer Gesetzeslehrer einst die ersten Judenchristen verfolgte und nach seiner Begegnung mit dem auferstandenen Christus als neuer Mensch auftrat: Paulus, Apostel Christi Jesu. Fortan stand er im Dienste der Versöhnung; denn ebendiese war für ihn biographisch ein entscheidender Schlüssel für Heil.

Versöhnung als Auftrag der Getauften
Im Versöhnungsdienst liegt ein Kern christlicher Sendung. Das Heil in Jesus Christus wird als sein Werk der Versöhnung bezeichnet und auch im Sakrament der Versöhnung vergegenwärtigt. Die Versöhnungsbereitschaft der Christen gründet in der vorgelebten Hingabe Jesu Christi. Mit der Taufe empfangen alle Christen den Auftrag zur Versöhnung. Die St. Anna-Kapelle steht nun als «Denk-mal», als Aufforderung, als Ermutigung in unserer Mitte: Tritt ein - wage Versöhnung!

Corona-bedingt fand die Einsegnung in einem kleinen, feierlichen Rahmen statt. Unter den Gästen befanden sich auch die beiden verantwortlichen Architekten Regine Nyfeler und Jörg Bucher des Architekturbüros Flubacher, Nyfeler & Partner. Olivier Picont am Alphorn und Ralph Stelzenmüller an der Orgel unterstrichen mit ihren Klängen die mit versöhnlichen Gedanken erfüllte Stimmung.

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