Bistum Basel

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Neuer Nuntius für die Schweiz und Lichtenstein

Nachdem der letzte Nuntius Thomas Gullickson in der Februarsitzung 2021 der Schweizer Bischofskonferenz verabschiedet worden ist, hat der Heilige Stuhl von Rom bereits seinen Nachfolger bestellt: Am 3. März 2021 hat Papst Franziskus Bischof Martin Krebs (64) aus dem Bistum Essen zum Nuntius für die Schweiz und Liechtenstein ernannt.

Von Stephan Leimgruber, Prof. em. theol.

Die Aufgaben eines Nuntius bestehen darin, Bote des Papstes und der betreffenden Bischofskonferenz zu sein und deren Botschaften zwischen Rom und der Schweiz zu übermitteln. Ein Nuntius ist so etwas wie ein «Briefträger» des Vatikans für die Schweizer Bischöfe, die aber auch direkt mit dem Papst und dessen Kommissionen kommunizieren können. Freilich kann er oft mehr als nur Mitteilungen transportieren, nämlich an den Mitteilungen selbst beteiligt sein. So setzte sich der frühere Nuntius Karl-Josef Rauber in der schwierigen Zeit des Bistums Chur dafür ein, dass die beiden Peter Henrici und Peter Vollmar als Weihbischöfe Bischof Wolfgang Haas zur Seite gestellt wurden, Lichtenstein zum Erzbistum erhoben und Wolfgang Haas zum Erzbischof befördert wurde.

Martin Krebs, 1. November 1955 im deutschen Bistum Essen geboren, begann zunächst mit dem Philosophie- und Theologiestudiums an der Ruhr-Universität Bochum und lernte vermutlich den Schweizer Theologen im Neuen Testament Peter Dschulnigg (1943-2011, seit 1991-2008 Prof. ebenda) – zumindest vom Hörensagen – kennen. Schon bald wurde er von den Oberen als Talent erkannt und in die Kaderschmiede nach Rom geschickt, wo er an der Päpstlichen Universität Gregoriana studierte und im Priesterseminarist des Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum de Urbe in Rom seine geistliche Ausbildung vorwiegend bei den Jesuiten erhielt. Eigentlich wollte er nach dem Abitur Medizin studieren, doch die Zeit im Zivildienst brachte ihm Klarheit für seine Berufung als Diözesanpriester. Am 10. Oktober 1983 empfing er in Rom durch den Münchener Erzbischof Friedrich Wetter das Sakrament der Priesterweihe für seine Heimatdiözese Essen. Nach dem Studienabschluss an der Päpstlichen Universität Gregoriana war er von 1984 bis 1987 als Kaplan in der Pfarrei St. Joseph in Duisburg-Mitte tätig. Dann gab ihn der Bischof frei zum Studium an der Päpstlichen Diplomatenakademie in Rom. Er promovierte 1991 mit einer Arbeit  im Kanonischem Recht (Dr. iur. can.). Bereits mit 41 Jahren bekam er bedeutende Aufgaben im Diplomatischen Dienst des Vatikans: zunächst als Nuntiatursekretär für die Nuntiatur in Burundi, dann als Rat in den Nuntiaturen in Japan (1995-1998), in Wien (1998-1999) und Tschechien (1999-2002); von 2002 bis 2006 war er Vertreter des Heiligen Stuhls bei der Europäischen Union in Brüssel  und  2006 Nuntiaturrat in Washington, USA. 2008 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularerzbischof von Taborenta und bestellte ihn zum Apostolischen Nuntius in Guinea und Mali.

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB spendete Martin Krebs am 16. November 2008 im Essener Dom die Bischofsweihe. Als bischöfliches Leitmotiv wählte er aus den Seligpreisungen «Beati misericordes» (Selig sind  die Barmherzigen)! Doch war Krebs nicht als Diözesanbischof für das Bistum Essen bestimmt, sondern für weitere Dienste als Apostolischer Nuntius: 2013 ernannte ihn Papst Franziskus als Nuntius für Neuseeland, 2014 für weitere angrenzende Gebiete und 2019 für Urugay.

So kommt Bischof Martin Krebs weitgereist und welterfahren als neuer Nuntius nach Bern und wird sich intensiv mit den Menschen und den spezifischen Strukturen der bunten Schweizer Kirche vertraut machen. Als besondere Begabung bringt er ein grosses musikalisches Können an der Orgel mit. Herzlich willkommen!

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