Bistum Basel

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Von der Idee zur Wirklichkeit - Institutio 2020

Solothurn, 28.9.2020 – Am Sonntag hat Bischof Felix Gmür sieben Frauen die Institutio erteilt. Nach ihrem Theologiestudium und der zweijährigen Berufseinführung sind die Kandidatinnen damit als Seelsorgerinnen in den ständigen Dienst des Bistums Basel aufgenommen worden. Trotz widrigem Wetter haben zahlreiche Angehörige und Gläubige einen teilweise langen Weg zur Kathedrale Solothurn auf sich genommen.

Sieben Frauen – das habe es noch nie gegeben und sei ein starkes Zeichen, betonte Edith Rey, Regionalverantwortliche des Bischofsvikariats St. Verena, in ihren Begrüssungsworten. Wie ein bestätigendes Zeichen vom Himmel her, fielen aufs Wort goldene Sonnenstrahlen durch die Fenster der Kathedrale.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und persönlicher Empfehlung durch Regens Agnell Rickenmann stellten sich die Institutio-Kandidatinnen mit den Worten «Hier bin ich» vor dem Altar auf:

  • Aline Bachmann, von Sempach (LU), in Pfarrei Konolfingen BE im PR Region Bern (die Berufseinführung hat sie in der Pfarrei Ostermundigen im selben Pastoralraum absolviert)
  • Anna Engel von Schüpfheim (LU), in den Pfarreien Bruder Klaus Kriens und St. Gallus Kriens LU
  • Vanessa Furrer von Isenthal (UR), Pfarreien St. Nikolaus Brugg AG und St. Maria Windisch AG im PR Brugg-Windisch
  • Christa Grünenfelder, von Vilters-Wangs (SG), Pfarrei Rosenkranzkönigin Ebikon LU im PR Rontal
  • Eva-Maria Müller-Kühne, von Unterägeri (ZG), in den Pfarreien Maria Geburt Neuheim und St. Johannes der Täufer Menzingen, Pastoralraum Zug Berg (ZG)
  • Petra Raber, aus Ingelheim (D), in den Pfarreien St. Anna Aeschi, Maria Himmelfahrt Deitingen und St. Urs und Viktor Subingen, Pastoralraum Wasseramt Ost (Deitingen)
  • Dr. Isabelle Senn, aus Hitzkirch (LU), in der katholischen Hochschulseelsorge (aki) Bern (BE)

Nach langjähriger Vorbereitung und nun als kompetente Theologinnen erneuerten die Kandidatinnen zunächst das Glaubensbekenntnis. Beim Institutio-Ritus erklärten die Kandidatinnen ihre Bereitschaft, den Dienst der Verkündigung am Wort Gottes glaubwürdig zu erfüllen und Menschen in Not beizustehen. Sie versprachen dem Bischof und seinen Nachfolgern Respekt und Gehorsam. Bischof Felix Gmür versprach im Gegenzug den Kandidatinnen eine Aufgabe anzuvertrauen, die dem Auftrag der Kirche, der konkreten Situation und der jeweiligen Kandidatin entspricht.
Auch der Gatte der Kandidatin Eva Maria Müller-Kühne wurde miteinbezogen. Er sprach sein Einverständnis zum Dienst seiner Ehefrau in der Kirche aus.

Im Anschluss an die Institutio-Zeremonie dankte Bischof Felix Gmür auch dem anwesenden Peter Bader für seine Bereitschaft zum seelsorgerlichen Dienst im Bistum Basel. Nach dem Abschluss der Berufseinführung empfing Peter Bader die Missio canonica und wurde vom Bischof mit Segenswünschen in die Pfarrei Flühli-Schüpfheim gesandt.
 

Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee

In der Homilie ging Bischof Felix auf die Lesung (Jes 6, 1-8) ein. Jesajas Bereitschaft zur Verkündung «Hier bin ich. Sende mich», beruhe auf zwei Erfahrungen. Erstens, er habe die Wirkkraft Gottes erfahren. Er habe gespürt: Gott ist und wirkt. Zweitens habe er Erfahrungen mit sich selbst gemacht und dabei die eigenen Grenzen, die eigene unvollständige Menschlichkeit erkannt.
Gott sei keine blosse Idee, aber er bringe uns Menschen auf Ideen. Diese Erfahrung sei für jeden, der sich in den Weinberg Gottes senden lasse, eminent wichtig. Auch das Gebet sei nie nur eine Idee; es sei wirklich oder es sei nicht. Papst Franziskus verkündete: «Die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee». Manchmal brauche es Abstand zur Idee, um die Wirklichkeit zu begreifen; damit die Idee nicht zur Ideologie werde.

Bischof Felix Gmür selber habe nichts gegen gute Ideen. Aber er warnt vor deren vermeintlichen Wirklichkeit. Wer Ideen schon als Wirklichkeit annimmt, lädt sich ein hohes Frustrationspotenzial auf. Bischof Felix regt zum Austausch der Ideale und Ideen an und hält fest, wie wichtig es sei, den Glauben als Demutsübung zu erkennen: «Jahwe wirkt, ich bin begrenzt. Ich kann und bin nicht alles».
 

Ebenso schwierig wie schön

Mitleid – etwas für nahe am Wasser Gebaute? Mitleid im Sinne von Jesus, wie er empfand, als er die Menschen sah, gehe tiefer. Das dafür verwendete griechische Wort spricht vom ganzen Menschen: die Innereien würden durcheinandergebracht, der ganze Mensch komme in Aufruhr, es schüttle ihn durch. Mitleid, Barmherzigkeit, Zuneigung – genau darum gehe es bei der Berufung der damaligen zwölf und der heutigen sieben, wenn sie die Menschen sehen. Es soll sie durchschütteln. Bischof Felix erinnert an den Auftrag, den Gott durch Jesus den Menschen gebe. Dieser sei ebenso schwierig wie schön: Liebe, Gastfreundschaft, ein gutes Wort zu haben – dazu kann man sich guter Ideen bedienen. Die Kraft des Geistes unterstütze die Seelsorgenden, damit sie im Sinne «Hier bin ich. Sende mich», für Gottes Volk wirken und sich in dieser Aufgabe entfalten können.

In ihrem Schlusswort spricht Aline Bachmann von sich und ihren Kolleginnen von den «frisch instituirten sieben Frauen». Die Zahl Sieben stehe im biblischen Kontext für Vollkommenheit. So möge die heutige Feier sowohl für die Berufung der sieben Frauen als auch für den Weg der Kirche als sinnbildliches Zeichen der werdenden Vollkommenheit gesehen werden. Möge dieses Zeichen nicht nur ein Zeichen bleiben, sondern die Samen der Verkündigung auf fruchtbaren Boden fallen lassen.

Das Bistum Basel dankt den acht Seelsorgenden für ihre Bereitschaft, sich in den Dienst der Kirche zu stellen und wünscht ihnen eine an Ideen und Wirklichkeit reiche Zukunft.

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