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Ein Jahrhundert im Dienst für Menschen in Not

Grund zum Feiern: Das Seraphische Liebeswerk Solothurn (SLS) wurde vor 100 Jahren von Spitalpater Florian Walker, Dr. Fritz Spieler und Hilda Spieler-Meyer gegründet und von der Schwesterngemeinschaft SLS bis heute stetig weiterentwickelt. Bischof Felix Gmür würdigte am 28. September 2019 in einer Festmesse in der St. Ursen-Kathedrale Solothurn das unermüdliche Engagement für Menschen in schwierigen Lebenssituationen.

Silvia Rietz, Text
Priska Dauwalder, Bild

Die Klänge des auch als «Europahymne» populären Prelude aus Charpentiers «Te Deum» eröffneten den Festgottesdienst. Ein musikalischer Bezug auf das weit über die Landesgrenzen strahlende Wirken des karitativen Sozialwerkes. Feiert eine in Stadt und Region verankerte Organisation wie das Seraphische Liebeswerk Solothurn SLS mit einem öffentlichen Gottesdienst ihr Jubiläum, strömen Mitwirkende, Gönner und Menschen, denen geholfen wurde, zahlreich in die St. Ursen-Kathedrale.

Der Verein Seraphisches Liebeswerk Solothurn, besser bekannt als «Antoniushaus», ist Träger sozialer Einrichtungen, zu denen die Kindertagesstätte Ziegelmatte, das Sorgentelefon, eine Kleiderbörse, Unterstützungsdienste bei Notlagen und ein Begegnungsort für Menschen philippinischer Herkunft gehören. Ein vielfältiges Wirken, zu dem die Lesung aus dem ersten Petrusbrief bestens passte: «Gott hat jedem von euch Gaben geschenkt, mit denen ihr einander dienen könnt. Tut das als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes». Bischof Felix Gmür fasste in der von viel Zwischenapplaus begleiteten Predigt das Verdienst der Schwesterngemeinschaft sowie Sinn und Zweck des Hilfswerks treffend zusammen.

Das Herz muss Hände haben

«Das Seraphische Liebeswerk gehört zur Stadt Solothurn. Als ich vor neun Jahren neu im Amt und in der Stadt war, begegnete ich einem Mann in verschlissenen Hosen und Pullover, der mich um neue Kleider bat. Ich wies ihn zum nächsten Modegeschäft, worauf er antwortete, kein Geld zu besitzen. Eine alte Frau hörte das Gespräch und meinte: «Schicken Sie den Mann zum Antoniushaus. Die Schwestern helfen immer.» Bischof Felix betonte, die Schwestern hätten ihre Berufung nicht gewählt um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen. Das Werk entfalte sich dort, wo es nötig sei und so, wie es gebraucht werde. Getreu dem Credo des Gründers, Dr. Fritz Spieler: «Seraphische Caritas bindet sich nicht an festgelegte Formen, sondern tritt immer so auf, wie man sie gerade braucht. – Das SLS orientiert sich nicht an dem was die Schwestern wollen, sondern an dem, was die Menschen benötigen, was Menschen in Not brauchen. Pater Florian war Seelsorger und kannte die Sorgen der Bevölkerung.» Dabei zitierte Bischof Felix die Stelle aus der Lesung aus dem ersten Petrusbrief, dass jeder die von Gott geschenkten Gaben so einsetzen solle, wie sie gebraucht würden. Oder wie SLS-Mitgründerin Hilda Spieler-Meyer es formulierte: «Das Herz muss Hände haben.»

Den Schwestern sei es gelungen, sich der Zeit und den konkreten Nöten der Menschen anzupassen und strahle in die Welt hinaus. Das karitative Sozialwerk habe nicht nur expandiert (Philippinen, Daressalam), sondern sich auch gewandelt, ja Veränderung als Dauertaufgabe begriffen. Dies sei auch ein Teil der Botschaft des Evangeliums: «Die Liebe zu Gott gehört zu den Menschen. Die Liebe zu den Menschen ist da vollkommen, wo Menschen in Not sind.»

Ohne Frauen kein SLS und keine Kirche

Mit dem Resümee, ein Pater und ein Arzt hätten das SLS gegründet, die Arbeit hätten jedoch Frauen geleistet, und dem Fazit: «Ohne Frauen kein Seraphisches Liebeswerk, ohne Frauen keine Kirche», erntete Bischof Felix Gmür spontanen Applaus. Bischof Felix quittierte den Beifall mit dem Dank an die Schwestern, dass sie mit ihrem Wirken dem Glauben eine konkrete Form geben. «Wir alle sind heute hier versammelt, um Gott zu danken für alle Gaben, die er Euch geschenkt hat.» SLS-Oberin und Vereinspräsidentin Käthy Arnold dankte der Festgemeinde für die Verbundenheit mit dem Sozialwerk und lud zum gemeinsamen, von der Kirchgemeinde offerierten Umtrunk auf die St. Ursenterrasse ein. Dort überraschte die Blaskapelle Konkordia mit dem von Alfred Weiersmüller komponierten «Fritz-Spieler-Marsch», der Hommage an eine treibende Kraft des SLS-Gründertrios. Die Ingenbohler Provinzoberin Sr. Tobia Rüttimann nahm als Vertreterin der Vereinigung der Ordensoberinnen der deutschsprachigen Schweiz und Liechtenstein VONOS an der Feier teil und lobte: «Ein 100-Jahr-Jubiläum eines karitativen Hilfswerks kann nur dann begangen werden, wenn Generationen vorher wirkten. Nachhaltigkeit, die dank einer gut funktionierenden und motivierten Gemeinschaft möglich ist.»

 

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