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Mehr Kirchenbesuche während der Coronazeit

Das Versammlungsverbot verhindert Gottesdienste. Doch die über 20 katholischen Kirchen und Kapellen in Pfarreien, Missionen und ökumenischen Zentren der Region Bern blieben und bleiben offen. Die Besuche durch Einzelpersonen haben stark zugenommen. 

Von Karl Johannes Rechsteiner

«Der Verbrauch der Opferkerzen ist um fast 50 Prozent gestiegen», berichtet Ruedi Heim, Pfarrer der Pfarreien St. Mauritius und St. Antonius in Bern-West. Schätzungsweise mehrere hundert Menschen besuchen täglich als Einzelpersonen die über 20 Kirchen der Region Bern, um Stille zu finden oder eine Kerze anzuzünden. In katholischer Tradition bleiben die Kirchen auch während der Coronakrise offen für die persönliche Einkehr – unter Einhaltung der Schutzmassnahmen und mit der Möglichkeit für Seelsorgegespräche.

Als Leitender Priester der Region Bern stellt Ruedi Heim eine starke Zunahme der individuellen Kirchenbesuche fest. Nicolas Betticher, Pfarrer der Bruder-Klaus-Kirche im Berner Burgernziel bestätigt: «Es besuchen uns bedeutend mehr Menschen tagsüber als vor Corona.» Nur in der Dreifaltigkeitskirche nahe Bahnhof und vieler Arbeitsplätze mit Homeoffice-Abwesenheit sind die Zahlen nicht gestiegen. Alleine hier entzünden die vielen Besucher pro Monat über 4500 Kerzen: «Meist sind die Lichter ein Zeichen der Verbundenheit untereinander, mit Verstorbenen, weit Entfernten oder Nahestehenden», erklärt Abbé Christian Schaller von der Dreifaltigkeitspfarrei. Er hat zudem die Organisten gebeten, von der Empore auch lautstark zu üben – so kommt das im Kirchenraum verstreute Einzelpublikum zu unverhofften Orgelkonzerten.

Auch die Pfarrei Ostermundigen zählt täglich über einen Drittel mehr Besuche als vor Corona, freut sich Gemeindeleiterin Edith Zingg: «Kirche zeigt sich vielfältig, sie lebt nicht nur von den sonntäglichen Feiern.» In ihrer Guthirt-Kirche wurde ein besonderer Stationenweg aufgebaut – die Geschichte von Maria lädt zur individuellen Betrachtung und Andacht ein. Im Ökumenischen Zentrum in Ittigen hat das Seelsorgeteam ein Chartres-Labyrinth gestaltet – zum Begehen und zur Meditation.

«Neben den Gottesdiensten gehören die Gemeinschaft, die Verkündigung und das soziale Engagement zu den kirchlichen Grundpfeilern», betont Ruedi Heim. Auf diese so genannte Diakonie legt die Katholische Kirche Region Bern zurzeit besonders Wert. Mit einem beispiellosen Hilfspaket von einer Million Franken werden von der Coronakrise besonders getroffene Menschen unterstützt – etwa über die Gassenarbeit, für Lebensmittelhilfe oder mit telefonischer Beratung über die Dargebotene Hand oder für Kinder durch Pro Juventute Bern.

 

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