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"Wir pflegen ein bequemes Christentum!"

Erzbischof Stephan Burger von der Erzdiözese Freiburg i.B. hat am heutigen St.Ursenfest dazu aufgerufen, mit Einheimischen und Fremden in den Dialog über das Christentum zu treten - fern von jeglicher Radikalisierung und jeglichem Fanatismus. „Was das Christentum ausmacht, ist nicht das, was andere davon äußerlich wahrnehmen wollen. Wir können und dürfen unseren Glauben nicht auf das reduzieren lassen, was andere davon halten“, sagte Burger in seiner Predigt beim St. Ursenfest in der Kathedrale St. Urs und Viktor in Solothurn. 

Für diesen Dialog brauche es eine bewusste Entscheidung – wie bei den Märtyrern Urs und Viktor, die zusammen mit der heiligen Verena vor über 1700 Jahren mit ihrem Leben und im Dienst am Nächsten Zeugnis für Christus abgelegt haben, so der Freiburger Erzbischof weiter: Für viele normaldenkende Menschen sei es heute unvorstellbar, das irdische Leben wegen einer Glaubensüberzeugung aufzugeben: „Wir pflegen im Verhältnis zu der Zeit der ersten drei Jahrhunderte ein sehr bequemes Christentum. Für uns ist es nicht lebensgefährlich, den Glauben zu bekennen und öffentlich zu praktizieren. Uns mag derzeit kein persönliches Blutzeugnis abverlangt werden, anderen Christen in der Welt schon, nicht zuletzt, wenn ich an die Opfer des IS denke.“

Klar und eindeutig Zeugnis ablegen

Nach den Worten von Erzbischof Burger sollten die Christen fähig sein, in ihrer Umgebung für ihren Glauben Zeugnis abzulegen: „Nicht aufdringlich, nicht besserwisserisch und auch nicht anbiedernd, aber dennoch klar und eindeutig.“ Deshalb gelte es zu beantworten, in wie weit Christus in jedem einzelnen leben und wirken könne: „Nur dort, wo jeder einzelne mit dem Bekenntnis zu Christus ernst macht, wo er versucht, so gut es in seinen Kräften steht, das zu leben und umzusetzen, was er von der Botschaft Christi verstanden hat, nur dort vermag sich die Beziehung zu Christus auch weiterzuentwickeln.“

Der Heilige Märtyrer Ursus († um 303 in Solothurn) ist der Schutzpatron der Schweizer Stadt Solothurn. Der Legende nach entkam er als Soldat der Thebäischen Legion zusammen mit Viktor von Solothurn und 66 weiteren christlichen Soldaten dem Massaker von Agaunum (heute St. Maurice im Wallis) und flüchtete ins Kastell Solothurn (Salodurum), wurde dort jedoch zusammen mit seinen Gefährten enthauptet. Auf ihn geht der beliebte Schweizer Männername Urs zurück. Sein Gedenktag ist der 30. September.