Bistum Basel

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«Das Thema Heimat führt zu den wichtigen Fragen unserer Gesellschaft»

«HEIMAT. Eine Grenzerfahrung» - die neue Ausstellung des Stapferhauses öffnet am 11. März 2017 im Zeughaus Lenzburg ihre Tore. Mit der Aargauer Landeskirche als Co-Sponsorin ist das Bistum Basel mit der Ausstellung verbunden. Sibylle Lichtensteiger, Leiterin des Stapferhauses Lenzburg, berichtet im Interview, wie das Thema und die Ausstellung gewachsen sind und was sie persönlich unter „Heimat“ versteht.

Interview: Anouk Hiedl

Frau Lichtensteiger, wie sind Sie und Ihr Team auf das Ausstellungsthema gekommen?
Wir sind mit einer Recherche zum Thema „Migration“ gestartet. Ein schwieriges Thema, das stark polarisiert und auf das sich nicht alle einlassen mögen. Das Thema „Heimat“ hingegen geht alle etwas an. Es ist leichter zugänglich, lässt sich lustvoll verhandeln und führt doch zu den wichtigen Fragen, die sich in unserer Gesellschaft stellen, die durch Wandel und Migration geprägt ist.

Was lief bei den Vorbereitungen gut? Was bereitete Schwierigkeiten?
Dass sich die Idee, in den Ausstellungsparcours ein echtes Riesenrad zu integrieren, tatsächlich realisieren liess, daran habe ich lange nicht geglaubt. Ich freue mich, dass es nun gross und in der Nacht schön farbig vor der Ausstellung steht. Eine neue Herausforderung war es, die Ausstellung dreisprachig zu gestalten. Wir feilen jeweils lange an den deutschen Texten bis sie präzise sind. Für uns ist es schwierig, dieselbe Qualität in einer Sprache garantieren zu können, die nicht unsere Muttersprache ist. Auch auf der technischen Ebene blieb die Dreisprachigkeit eine grosse Herausforderung.

Was bedeutet „Heimat“ für Sie?
Ganz viel Verschiedenes. Da mischen sich Erinnerungen aus der Kindheit mit Menschen die mir wichtig sind, mit Orten an denen ich mich wohl fühle oder irgendwann wohl gefühlt habe. Und dann ist da auch noch das Bewusstsein, dass es ein Luxus ist, in ein Heimatland geboren worden zu sein, das so viel Freiheit und Möglichkeiten bietet.

Wie riecht, schmeckt, hört und fühlt sich „Heimat“ für Sie an?
Sie schmeckt nach dem Walliser Brot und dem Walliser Speck, den unsere Grossmutter stets für uns bereit hatte. Sie tönt nach dem Scheppern des Geschirrs, das erklingt, wenn im Sommer im Dorf alle gleichzeitig Mittag essen und deshalb kein Auto mehr fährt. So war das jedenfalls bei uns in Aadorf, wo ich aufgewachsen bin. Es wird mir aber auch warm ums Herz, wenn ich Braunkohle rieche – die mich an einen wunderbaren Winter in Berlin erinnert und an die Freunde, die ich da gewonnen habe.

Inwiefern tragen Religion und Spiritualität zu „Heimat“ bei? Wird das in der Ausstellung thematisiert?
Im Vorfeld der Ausstellung haben wir eine repräsentative Umfrage gemacht: Rund 30% sagen, sie fänden Heimat in ihrer Religion oder der Spiritualität. In der Ausstellung selbst taucht die Frage nach der Religion an verschiedenen Orten auf – in der Sammlung von Stimmen, die wir auf unserer Schweiz-Tournee eingefangen haben, in einem Porträt und explizit in einer Installation, die danach fragt, was sich in unserem Heimatland gehört. Eine der Fragen lautet dort: Gehört es sich in der Schweiz, dass das Christentum wichtiger ist als andere Religionen? Darauf gibt u. a. Bischof Felix Gmür eine sehr schöne Antwort.
 

«HEIMAT. Eine Grenzerfahrung» in Kürze

Was ist Heimat? Ein Ort oder ein Gefühl? Eine Nation oder eine Kindheitserinnerung? Und: Welche Heimat wollen wir?

Ab 11. März 2017 lädt das Stapferhaus Lenzburg zu einer Entdeckungsreise von der heimatlichen Wiege bis in die Weiten des Weltraums. Die Besucher/-innen begegnen Menschen mit unterschiedlichen Heimatgeschichten, im Spiegelgarten sich selber und gewinnen auf dem Riesenrad eine neue Perspektive. Auf der Suche nach ihrer persönlichen Heimat stossen sie auf die Heimatfragen unserer Zeit.

«HEIMAT. Eine Grenzerfahrung»: Mehr über die Ausstellung erfahren