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Firmtagung – mit Jugendlichen auf dem Weg

Am Freitag, 9. Mai fand in Olten eine Tagung mit 120 Personen zum Thema Firmung statt.

In der Katholischen Kirche ist die Firmung eines von sieben Sakramenten. Sie schliesst den Kreis der Taufe, die Jugendlichen werden mit der Firmung als Erwachsene aufgenommen. Ein grosser Tag des Überganges, der Initiation.
Tatsache ist aber: viele erinnern sich kaum an die eigene Firmung. Von einem grossen Wechsel ist kaum etwas zu merken. Vor und nach der Firmung fühlt sich der Kirchenbesuch gleich an, nachhaltiger sind die Geschenke, die man allenfalls erhalten hat.

Was also will und soll die Firmung sein? Ein Tag, an dem ein schönes Kleid, ein schicker Anzug getragen werden kann? Der Tag, an dem man seine erste teure Uhr erhält? Oder hat sie vielleicht doch eine tiefere Bedeutung für das (Glaubens-)Leben?

Die Teilnehmenden und Referenten der Firmtagung setzten sich mit dem Sollen und Wollen der Firmung auseinander. Nach dem Begrüssungswort durch Bischof Denis Theurillat und durch Ursula Huser  starteten die Mitarbietenden der juse-so, kirchliche Fachstelle Jugend des Kantons Solothurn als Veranstalterin mit drei Thesen in den Tag.

Ein Firmweg über 20h Aufwand überfordert die Jugendlichen und sie nehmen nicht mehr teil. Diese These stellte Alice Fähndrich auf den Prüfstand. Darf die Kirche nicht mehr verlangen? Nimmt sie hier korrekterweise Rücksicht auf den dichtgedrängten Zeitplan der Jugendlichen oder verkauft sie sich unter Wert. Soll die Firmung mehr sein als ein Fest mit vielen Geschenken, so muss vielleicht dem Weg zur Firmung genügen Raum gegeben werden. Damit dieser Weg zu einem nachhaltigen Erlebnis werden kann, nicht nur zur Pflichterfüllung.

Wir firmen die Jugendlichen nicht zur Kirche hinaus sondern in ein Moratorium hinein. Die Enttäuschung in den Kirchgemeinden ist oft gross, wenn die Jugendlichen nach der Firmung nicht mehr in der Kirche erscheinen. Die „hinausgefirmten“ Jugendlichen sind ein vielgehörtes Schlagwort. Christina Schenker sieht das anders. Die Jugendlichen sind nicht weg von der Kirche, sie sind nur eine Weile mit anderem beschäftigt. Wenn Heirat, Taufe, Familiengottesdienst und Weiteres anstehen, sind viele von Ihnen wieder da. Statt den Erwachsenen, die sie dann sind, zu sagen. „wo wart ihr bloss so lange?“ schlägt sie ein freundliches „schön seid ihr wieder da!“ vor. Damit das Zurückkommen als Option erscheint, muss der Firmweg und die Firmung ein letzter guter und prägender Moment sein vor der allfälligen Pause.

Den Abschluss machte Thomas Boutellier. Für Jugendliche mitten in ihrer Konsumwelt, bringt die Firmung keinen auf den ersten Blick ersichtlichen Mehrwert. Was also kann den Jugendlichen mitgegeben werden? Was kann der offensichtliche Mehrwert sein. Jener Mehrwert, der auch verstanden wird, ohne höheres theologisches Wissen? Könnte es vielleicht ein Stimmrechtsausweis für die Pfarreiversammlung sein? Diesen Fragen wird eine Gruppe, die sich an der Tagung bildete, noch weiter nachgehen.

Nach dem Einstieg folgten die Ateliers. Es gab die Möglichkeit zum Besuch von 3 bis 4 verschiedenen Angeboten. In einigen Ateliers wurden bereits durchgeführte Firmwege vorgestellt, mit all ihren geglückten Momenten aber auch den Herausforderungen. Ganz praktisch angelegt waren z.B. Ateliers zu Arbeit mit Filmen, zur Musik an der Firmung oder zu Sozialeinsätzen während des Firmweges. Möglich war auch mit einem Firmspender zu diskutieren oder über die Entwicklung der Firmung in den neuen Pastoralräumen. Insgesamt 16 verschiede Ateliers standen zur Auswahl. Zwischendurch wurde ein reichhaltiges Mittagsbuffet gereicht. Den Schlusspunkt setzte ein Referat von Isabelle Deschler, Leiterin der Fachstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung des Kantons Aargau und öffnete damit die Thematik um eine weitere Sichtweise.

(Text von Christina Schenker)

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