Bistum Basel
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Gott wird Mensch - mehr als ein "gefällt mir"

Mehr als Weihnachtsgebäck, mit Kunstschnee bedeckte Nadelbäume, bunte Kugeln aus Glas und Plastik. Mehr als aufwendige Strassenbeleuchtungen, wohlbekannte Melodien mit Schellenglöckchen… Die Liste an Dingen, die uns im öffentlichen Raum auf Weihnachten einstimmen sollen, lässt sich beliebig fortsetzen. Teils versuchen die Kaufhäuser, uns damit schon seit Ende September anzulocken. Den Höhepunkt erreicht das vorweihnachtliche Spektakel aber in diesem Monat. Jetzt sehen wir hie und da auch eine Krippe. Diese Krippen erinnern an die Kernbotschaft von Weihnachten, an die Geburt von Jesus Christus.

In den meisten Krippendarstellungen dürfen die üblichen Protagonisten, die das Jesuskind besuchen, nicht fehlen. Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland gehören ebenso wie Ochse, Esel und Engel dazu. Sie besuchen Jesus, gehören zu Jesus.

Wie wäre es, wenn Jesus heute bei uns im Dezember zur Welt kommen würde? Würden wir heute, wie die Hirten damals, unsere Arbeit und alles Drumherum stehen und liegen lassen, um das Kind zu besuchen? Würden wir es schaffen, uns aus dem Alltagstrott zu befreien? Würden viele von uns nicht lieber ein SMS oder eine Whatsapp-Nachricht an Maria und Josef schicken oder die Geburt Christi auf Facebook «liken» und mit einem «Gefällt mir» kommentieren?

Mir scheint, dass es sich lohnt, neben dem Christkind in der Krippe auch einen Blick auf die darum herum versammelte Schar zu werfen. Ob Tier oder Mensch, alle sind sie real anwesend. Gerade deshalb sind sie von der Begegnung ergriffen. Ihre Zeit scheint in diesem freudvollen Moment regelrecht still zu stehen.

Es sind gerade die Hirten, die mich motivieren und bestärken, dem menschgewordenen Gottessohn immer wieder neu und ganz bewusst zu begegnen, und das nicht nur an Weihnachten. Ich möchte auch ein Protagonist an der Krippe werden. Nicht digital, sondern real: im Feiern eines Gottesdienstes, im Gespräch mit Mitmenschen oder in einem Moment des persönlichen Innehaltens.

Frohe Weihnachten!

+Felix Gmür
Bischof von Basel

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