Bistum Basel
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Ich gehe fort und komme wieder zu Euch zurück!

In vielen Kirchen begegnen uns „Kreuzwege“. Sie hängen im Innern der Gotteshäuser an den Wänden und erzählen in 14 Bildern vom Leiden und Sterben Jesu, angefangen von seiner Verurteilung bis zu seiner Grablegung. An den verschiedenen Kreuzwegstationen werden auch Menschen gezeigt, die Jesus beigestanden und ihm ihre Hilfe angeboten haben.

In der katholischen Kirche St. Wendelin in Gipf-Oberfrick (AG) befindet sich der Kreuzweg an der Wand beim Seiteneingang. Im Jahr 1986 hat der Bildhauer Josef Rickenbacher (1925-2004) aus Steinen (SZ) dieses sakrale Kunstwerk geschaffen. 14 gleichgrosse Bronze-Reliefplatten zeigen in schlichter Form sehr abstrakt die verschiedenen Kreuzwegstationen.

Wenn wir Menschen heute den Kreuzweg im Gebet nachgehen, verbinden wir unser Leben mit dem Leiden und Sterben von Jesus. Sein Tod am Kreuz steht in der Liturgie des Karfreitags im Mittelpunkt. Dabei bildet der Blick auf die durchbohrte Seite des gekreuzigten Christus den inneren Sinn. Der Evangelist Johannes hat den Gedanken, dass die Kirche im tiefsten ihren Ursprung aus der geöffneten Seite des Gekreuzigten nimmt, auch noch auf eine andere Weise ausgedrückt: Er weist darauf hin, dass Blut und Wasser aus der Seitenwunde geflossen sind. Sie sind für ihn Verweise auf die beiden Grundsakramente Eucharistie und Taufe. Sie sind die beiden Weisen, wie die Menschen einbezogen werden in den Lebensraum Jesu Christi. Johannes sieht beide Sakramente aus der geöffneten Seite des Herrn hervorströmen und findet damit das Wort aus den österlichen Abschiedsreden Jesu erfüllt: „Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück“ (Joh 14, 28). Ist das Kreuz zunächst Symbol seines Scheiterns bis in den Abgrund des Todes hinab, verweist es zugleich auf einen Neubeginn hin: Der am Kreuz Gestorbene wird auferstehen und stirbt nicht mehr. Sein Kreuzestod verheisst Auferstehung und ewiges Leben.

Rickenbacher hat seinem Kreuzweg eine 15. Station vorangestellt. Indem Jesus symbolisch zum Kreuz geht, kommt er zurück. Ja, sein Fortgehen – der Tod am Kreuz – ist selbst schon sein Wiederkommen: „Mit ihm vom Kreuz her leben heisst daher auch immer, unter der Verheissung der österlichen Freude leben“.

 

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Dr. Joachim Köhn, Pastoralverantwortlicher Bistum Basel

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