Bistum Basel
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Im Gespräch mit Pastoralraumleitern

Immer mehr Pastoralräume werden errichtet. Wie ergeht es dabei den Pastoralraumleitern, was sind ihre Erfahrungen? In einer Serie geben uns vier Pastoralraumleiter Auskunft.

Ruedi Beck ist Pastoralraumleiter des Pastoralraumes Kleinbasel-Riehen/Bettingen.

Die Katholische Kirche in der Schweiz hat immer weniger Seelsorgende, um alle Bedürfnisse der Gläubigen abdecken zu können. Sie befindet sich in einem Entwicklungsprozess, wo sie gezwungen ist, neue Ideen einzubringen. Das Bistum Basel hat dazu den PEP „den Glauben ins Spiel bringen“ ins Leben gerufen. Wie schätzen Sie das Entwicklungspotential dieses Pastoralplans ein?

Es scheint mir eine gute Fügung zu sein, dass wir nicht mehr alle Bedürfnisse der Gläubigen abdecken können. Der PEP weist deutlich auf die neue Situation hin, worin sich die Kirche bei uns befindet. Wie sich die Kirche entwickeln wird, hängt wohl von der Offenheit der Gläubigen und der Seelsorgenden ab, sich von Gott führen zu lassen und sich gleichzeitig in den Dienst der Menschen, besonders der verletzlichsten zu stellen.

Es werden immer mehr Pastoralräume errichtet. Sie sind Pastoralraumleiter. Wie funktioniert so ein Pastoralraum und wie sieht Ihre Tätigkeit aus?

Meine wichtigste Tätigkeit ist „ermöglichen“. Den Teammitgliedern ermöglichen, ihre Gaben und Fähigkeiten in den Dienst am Reich Gottes zu stellen. Den Gläubigen ermöglichen, sich einzubringen gemäss ihren Stärken. Neuankommenden, Suchenden ermöglichen, einen Zugang zur kirchlichen Gemeinschaft zu finden und sich einzubringen. Den Armen ermöglichen, ihren Beitrag zu leisten….

Es gibt auch kritische Stimmen zu den Pastoralräumen, etwa, dass die Gläubigen ihre Pfarreien verlieren. Welche Ängste haben Sie gespürt und haben sich diese schlussendlich bewahrheitet?

Ich bin vielen Ängsten begegnet und begegne ihnen noch immer. Es sind oft Verlustängste. Und tatsächlich gibt es vieles zu verlieren: Heimat, Gewohnheiten, Sicherheit unter Seinesgleichen, Ausdrucksformen von Kirche, geliebte Lieder… Für mich ist wichtig, dies nicht zu beschönigen oder mit gutem Willen abzumildern. Nein, es geht viel verloren. Aber nur so kann Neues kommen. Das Verlieren können gehört wesentlich zum Christsein.

Wo sehen Sie die Chancen eines Pastoralraums, wo gibt es noch Schwierigkeiten?

Die Chance liegt im Umbruch, im gemeinsamen geistlichen Weg, den man gehen könnte; die Chance, dass Gott uns etwas sagen kann, weil wir mal innehalten, reflektieren und nicht einfach Jahr für Jahr das gleiche Programm absolvieren.

Die Schwierigkeit sehe ich darin, dass wir einmal mehr Kirche „organisieren“, diesmal einfach etwas grossräumiger oder mit etwas weniger Personal.

Es sind noch nicht alle Pastoralräume errichtet, was für Tipps können Sie geben?

Sich einlassen auf einen geistlichen Prozess. Nicht auf die Uhr schauen. Sich vergewissern, ob wir wirklich auf Gott und sein Wort hören wollen, ob wir bereit sind, loszulassen und die verschiedensten Gedanken zuzulassen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Katholischen Kirche in der Schweiz? Wird sie ihre Ressourcen noch mehr bündeln müssen?

Ich glaube, dass wir vor uns eine einmalige Chance haben. Das Geld wird weniger, das „Personal“ wird weniger. Und doch gibt es nicht wenige Getaufte (in verschiedenen Kirchen), die mit Entschiedenheit dem Ruf von Jesus Christus folgen wollen. An vielen Orten tun sich solche Menschen zusammen, ohne Budget und ohne „kirchliches Personal“. Vielleicht wächst hier das „Volk Gottes-Sein“, wovon das Konzil sprach. Als Priester freue ich mich, dass meine Aufgabe sich dabei verändert. Immer mehr steht im Vordergrund: Das Wort Gottes verkünden, die Gläubigen in der Reflexion über ihren Glauben und in der Weitergabe ihres Glaubens begleiten, die Einheit unter den Gläubigen zu stärken durch die Ermutigung, einander besser wahrzunehmen und insbesondere in der Feier der Eucharistie, Kontakte knüpfen mit Menschen anderer Religionen und Vorurteile abbauen helfen.

Zum Schluss, was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit oder an der Kirche ganz besonders?

Dass ich Christus begegnen kann: im täglichen Gebet, in der täglichen Feier der Eucharistie, in der Sonntagsgemeinschaft der Gläubigen, beim Bibelteilen mit verschiedenen Menschen, in der Begegnung mit viel Not und viel Glauben in den Menschen…

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