Bistum Basel
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Mehr als 1500 Schweizer an der offiziellen Lourdeswallfahrt

Wenn Umkehr Freude macht

Lourdes von Tag zu Tag

Samstag, 10. Mai - Reise nach Lourdes

(lpd) Lourdes – Freude der Umkehr. Mit diesem Motto machten sich 1537 PilgerInnen auf den Weg zur 118. Lourdeswallfahrt der deutschen und rätoromanischen Schweiz (DRS). Schon am ersten Tag starteten zwei Flugzeuge, die beiden Nachtzüge und zwei Reisecars, um das Ziel, die Grotte von Massabielle im französischen Wallfahrtsort Lourdes, zu besuchen. Dabei prägten nicht nur schönes Wetter den Start, sondern zugleich, und wohl vielmehr, die Sehnsucht zur Freude und zur Umkehr. Was dieses spannende und tief christliche Motto die PilgerInnen sagen und lehren möchte, durften diese während den Wallfahrtstagen erfahren. Jenen die bereits am Samstagmittag ankamen, war es vergönnt, die ersten Stunden in Lourdes mit einer Eucharistiefeier in der Rosenkranzbasilika zu beginnen. Abt Emmanuel ging dabei auf das Evangelium des guten Hirten ein und verwies auf die Worte Jesu: „Ich kenne die meinen und die meinen kennen mich.“ Dieses „Kennen“ sei uns in den Alltag hier in Lourdes gelegt; das Kennen untereinander und miteinander will uns zum Kennen der Stimme Gottes führen. Abt Emmanuel zum Schluss: „Möge „Unsere liebe Frau von Lourdes“ als Fürsprecherin mit uns sein und uns und alle Lieben zu Hause mit der Freude des Glaubens und des Menschseins erfüllen“.

Sonntag, 11. Mai – in der Freude des Glaubens

Am zweiten Pilgertag machten sich die letzten PilgerInnen auf den Weg. Auch der 3. Flug startete am Morgen in Zürich, so dass alle rechtzeitig zum Eröffnungsgottesdienst in der St. Bernadettekirche versammelt waren. Mit dem gewohnt feierlichen Einzug, zusammen mit den Fahnendelegationen der Lourdespilgervereine, begann die 118. Lourdeswallfahrt. Der begleitende Diözesanbischof Felix Gmür nahm in seinem Predigtwort das Wallfahrtsmotto „Lourdes – Freude der Umkehr“ auf, indem er die Lesung der Apostelgeschichte auf, in der er die Worte von Petrus aufgriff, die aus der Umkehr heraus uns die Freude des Hl. Geistes schenkt. Die Freude des Glaubens und des Menschsein mögen in der Tat diese Tage begleiten und mehr und mehr prägen. In dieser Freude gratulierte Bischof Felix auch allen Müttern zum Muttertag. Eine kleine, aber sehr schöne Geste als Dank für die Mütter waren 50 Rosen, die am Ende des Gottesdienstes vor die Osterkerze gelegt wurden. Sie waren der Muttergottes zugesprochen. Möge sie die vielen Freuden und Anliegen all unserer Mütter erhören und unsere Wallfahrtstage mit ihrem Schutzmantel begleiten.

Montag, 12. Mai - Das Wirken des Hl. Geistes

Die Grotte von Massabielle ist nicht nur ein Ort der Umkehr oder der Freude, sondern seit der ersten Muttergottes-Erscheinung im Jahr 1858 ein Ort des Hl. Geistes. Diese Tatsache griff Bischof Felix heute Morgen bei der Eucharistiefeier an der Grotte auf dem Hintergrund der Tageslesung auf. Wie die Worte von Petrus damals durch das Wirken des Hl. Geistes überboten wurden, so bewirkt der Hl. Geist auch in unserem Leben Unmögliches und Unerwartetes. Die hl. Bernadette an der Grotte ist ein Zeugnis dafür - und wir ebenso?

Lourdes lädt uns ein, darüber nachzudenken und nicht weniger das heutige Tagesprogramm. Nach dem Gottesdienst hatten die PilgerInnen die Möglichkeit, sich individuell dem Geistwirken auszusetzen. Am Nachmittag bestiegen dann nicht wenige den Kreuzweg und folgten den Betrachtungen von Pfr. Stefan Staubli. Viele trafen sich später in der St. Bernadettekirche zur Beichtfeier und zum Empfang des Beichtsakramentes. Die Kinder versammelten sich zur Kinderfeier im Accueil und P. Mattias Beer durfte etliche Betende zum Rosenkranz begrüssen, wie jeden Abend. Der Tag wollte beim Lichterschein Unzähliger, mit der Lichterprozession beschlossen sein, Unzählige, die sich dem Geistwirken Gottes in unserem Alltag aussetzen dürfen. Möge der wahre Heilige Geist unseren Alltag überbieten und den Glauben bestärken.

Dienstag, 13. Mai  - berufen zu beten

Wenn sich der dritte Wallfahrtstag äusserlich auch als wechselhaft zeigte, wo sich Sonne und Regen ein Wechselspiel boten, so war er dennoch von einer Gemeinsamkeit geprägt, die sich wie ein roter Faden zeigte – das Gebet.

Bekanntlich beginnen viele PilgerInnen und HelferInnen den Morgen mit einem persönlichen Gebet. Um 6.15 Uhr z.B. versammeln sich die HelferInnen im Accueil zu einer kurzen Morgenandacht. Nicht wenige gehen auch in aller Frühe zur Grotte, um zu beten. Doch damit nicht genug. Mit der Lesung im Krankensalbungsgottesdienst aus dem Jakobsbrief lud Bischof Felix alle ein, zu beten. Wer bedrückt ist – bete, wer Freude erleben darf – singe Psalmen und wer krank ist – rufe die Ältesten zusammen, damit sie über sie beten. Nach Bischof Felix liegt in diesen Worten geradezu die Umschreibung eines Christen, einer Christin zu Grunde. Wir sind berufen, zu beten und wir sollen Gebet sein, denn Gebet öffnet den Bedrückten, steckt an, in der Freude und wirkt damit missionarisch und zeigt uns in der Versammlung der Gläubigen die Kirche.

In vielfältiger Art und Weise versuchten wir heute, das zu leben: Dazu gehörte der „Badetag“ für die Kranken und Behinderten am Morgen, dazu machten sich einige wiederum auf den Kreuzweg, dazu versammelte sich der Pilgerchor zu Proben und zur Mitgestaltung der Gottesdienste, dazu feierten die rätoromanisch Sprechenden unter uns Eucharistie, dazu durften die Sakramente der Eucharistie, der Krankensalbung und der Versöhnung gespendet werden, dazu beteten viele den Rosenkranz oder verweilten in der Heiligen Stunde mit Impulsen von Pfr. Theophil Schnider vor dem Allerheiligsten und nicht zuletzt gehört dazu auch das gemütliche Zusammensein.

Möge unser Beten zum Segen für die ganze Welt werden.

Mittwoch, 14. Mai – total global

Am Mittwoch, 14. Mai tauchten wir in die internationale Pilgergemeinschaft von Lourdes ein. Das, was wir Tag für Tag im heiligen Bezirk individuell erleben durften, dass Männer und Frauen, Kinder und Kranke aus allen Erdteilen, mehr und mehr auch aus dem asiatischen Raum, zur Grotte von Massabielle pilgern, wollte im Internationalen Gottesdienst gefeiert sein. Kardinal Sean Brady aus der Erzdiözese Armagh in Irland stand der Eucharistiefeier vor, während unser Pilgerbischof Felix Gmür in drei Sprachen das Predigtwort an die versammelte Gemeinde richten durfte. Zu diesem Gottesdienst versammelten sich gut 8000 PilgerInnen. Unser Pilgerchor, unter der Leitung von Sr. Mirjam, konnte die Eucharistiefeier mitgestalten und zum Ausschluss ins grosse Finale mit dem Halleluja von Händel einstimmen.

Der Nachmittag gestaltete sich einerseits mit dem Kreuzweg für Gesunde und Kranke in der St. Bernadettekirche im Rahmen unserer Pilgergemeinschaft und andererseits mit der eucharistischen Prozession abends um 17 Uhr wiederum im internationalen Bereich. Selten waren so viele PilgerInnen zu sehen, wie an diesem Abend. Auch unsere Kranken und Behinderten waren mit dabei und nicht wenige aus unserer Pilgerschar.

Neben diesen beiden Anlässen gab es sicherlich etliche Ereignisse, die erwähnt werden könnten. Das schöne, wenn auch immer etwas frische Wetter lud viele ein, den Pilgeralltag attraktiv zu gestalten. So kam es nicht nur an den offiziellen Aperos der Lourdespilgervereine und des Pilgerchors zu persönlichen Begegnungen, sondern überall und sicherlich auch immer wieder mit Gott und der Muttergottes Maria.

Der Tag beschloss das freiwillige Personal mit einem eigenen Gottesdienst, dem Bischof Felix vorstand und Präses, Abt Emmanuel, das Predigtwort hielt. Als Dank erhielten alle HelferInnen eine Grusskarte mit einer Kerze. Die Grusskarte möchte an verschiedene kranke und gesunde PilgerInnen weitergesandt werden, so dass die Verbindung über die Wallfahrtstage hinaus gepflegt werden darf. Danke, für diese geniale Idee!

Donnerstag, 15. Mai - Abschied und Wiedersehen

Mit dem Donnerstag, 15. Mai sollte sich die 118. Lourdeswallfahrt DRS langsam dem Ende zuneigen. Um 8.30 Uhr versammelten sich alle zum Abschiedsgottesdienst in der St. Bernadettekirche. Bischof Felix griff in seiner Predigt zwei Worte auf, die er uns mit auf den Weg gab. In den Orationen zur Messe liessen sich diese finden. Es sind die Wörter „neu“ und „Frucht“. „Neu werden“, das durften wir in diesen Tagen und das lehrte uns das Motto „Lourdes – die Freude der Umkehr“. Und die Frucht würde dann darin bestehen, dass dieses „Neu-werden“ in die Nachhaltigkeit hineinführt, so der Bischof.

Durch die knapp bemessene Zeit für den Abschlussgottesdienst gab es dann jedoch einen etwas verkürzten Abschluss. Abt Emmanuel hatte zudem die Aufgabe, die Flugpilger über einen partiellen Fluglotsenstreik zu informieren. Gott sei Dank gelang es unserem Flugpartner mit einen gekonnten Verhandlungsaufgebot die Verspätungen in Grenzen zu halten, so dass mit einer geringen Verspätung und etwas Anspannung alle noch zu „guten“ Zeiten ihren Wohnort wieder erreichen konnten. Für die Zugspilger und jene auf Flug Nr. 1 bestand das Angebot, am Nachmittag eine Maiandacht zu besuchen. Danach galt es auch für sie langsam Abschied zu nehmen. Gerne taten sie es mit der zunehmenden Präsenz der alljährlichen Militärwallfahrt, die mit ihren gekonnten Auftritten so manches Herz zu begeistern vermochten.

Freitag, 16. Mai – Danke!

Am Freitag, 16. Mai durfte die 118. Lourdeswallfahrt DRS einmal mehr in grosser Dankbarkeit abgeschlossen werden. Gesunde wie Kranke – alle kamen mit tiefen Eindrücken in ihre Häuser und Wohnungen zurück. Dafür gebührt vielen ein herzliches Dankeschön. Der erste Dank geht an unseren Vater im Himmel, der seinen Segen in reichem Masse ausgoss. Dann gebührt allen PilgerInnen ein herzliches Dankeschön und nicht weniger auch den HelferInnen, den Wohltätern und den Verantwortlichen. Zum ersten Mal wirkte auf dieser Wallfahrt Frau Madlen Niederberger als Chefin des Krankendienstes und somit sei an dieser Stelle auch Sr. Cäcilia einen speziellen Dank ausgesprochen für ihren langjährigen Einsatz. Zum letzten Mal wurde die Reise nach Lourdes von Br. Bernhard und Frau Hedy Mäder organisiert. Nach 43 bzw. 25 Jahren übergeben sie ihre Aufgabe in jüngere Hände. Auch ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott.

Lourdes – Freude der Umkehr: Dieses Motto lässt unser Herz mit Dank erfüllen.

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