Bistum Basel
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Synodenväter achten auf Lebensumstände

Mit Blick auf die Lösung der brennenden Fragen in der Familienpastoral waren die Reformerwartungen gegenüber der Bischofssynode stark auf konkrete Regelungen fixiert. Überraschend ist dem Schlussbericht nun zu entnehmen, dass die Synodenväter ihren Blick auf eine andere Flughöhe verlagert haben, eine Flughöhe, die Entwicklung ermöglicht. Artikel 51 des Berichts stellt nach Theologieprofessorin Eva-Maria Faber ein Schlüsselsatz des Schlussberichts der Synode dar: „Während die Lehre mit Klarheit zum Ausdruck gebracht wird, sind alle Urteile zu vermeiden, welche der Komplexität der unterschiedlichen Situationen nicht Rechnung tragen. Es ist notwendig, aufmerksam hinzuschauen, wie Menschen leben und wegen ihrer Situation leiden“. Dies könne der Beginn einer neuen Kirche sein, die nicht als Richterin auftrete, kommentierte der belgische Bischof Lucas Van Looy.

In ihrem Bericht postulieren die Synodenväter einen Weg der Begleitung und Integration anstelle von Strafe und Ausschluss. „Damit rückt der Gewissensentscheid ins Zentrum“, betont Bischof Felix Gmür und ergänzt, „das impliziere in diesem Kontext verstärkte Entscheidungskompetenzen der einzelnen und übertrage den Seelsorgerinnen und Seelsorgern, vorab den Priestern, mehr Verantwortung“. In der Wirtschaft nennt man dies „Frontline Empowerment“. Der dezentrale Ansatz soll dazu beitragen, den weltweit und kulturell unterschiedlichen Bedingungen rund um Familien- und Beziehungsfragen besser gerecht zu werden. Auch wenn die geltenden Normen bleiben, wird im Bericht zwischen „Ideal“ und „Weg“ unterschieden. Diese neue prozessorientierte Sicht kann als Paradigmenwechsel gesehen werden.

Der Ball liegt nun bei Papst Franziskus, von dem ein postsynodales Schreiben oder ein anderer neuer Input erwartet wird. Zum Abschluss der Synode betonte er, dass die erste Pflicht der Kirche nicht Verurteilungen seien, sondern die Barmherzigkeit Gottes zu verkünden, zur Umkehr aufzurufen und alle Menschen zum Heil des Herrn zu führen.

 

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