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Tag des Judentums, 1. März 2015

Der Tag des Judentums wird in der römisch-katholischen Kirche der Schweiz seit 2011 jährlich am 2. Fastensonntag begangen. Zum Jubiläumsjahr des Konzilsdokumentes „Nostra aetate“ 2015 hat nun die Jüdisch/Römisch-katholische Gesprächskommission, die vor 25 Jahren auf Initiative der Schweizerischen Bischofskonferenz und des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds gegründet wurde, eine Wegleitung zum Tag des Judentums veröffentlicht.

Als Johannes Pauls II. am 13. April 1986 als erster Papst in der Geschichte die Grosse Synagoge in Rom besuchte, nannte er die Juden "unsere bevorzugten, … unsere älteren Brüder". In der bewegenden Szene an der Klagemauer in Jerusalem am 26. März 2000 und bei dem Gottesdienst in St. Peter am ersten Fastensonntag des Jubiläumsjahres 2000 bat er um Vergebung für alle Sünden, welche Christen gegen Juden begangen haben.

Nach Verena Lenzen, Professorin für Judaistik und Theologie und Leiterin des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung an der Theologischen Fakultät in Luzern und Co-Präsidentin der Jüdisch-Römisch-katholischen Gesprächskommission (JRGK), ist der „Tag des Judentums“ nicht einfach ein Gedenktag oder Themensonntag zum Judentum innerhalb der katholischen Kirche, sondern eine Demonstration der Verbundenheit. „Die Absicht des Dies iudaicus ist, die Ebene der akademischen Theologie zu verlassen und bei den Hörern, der Pfarrgemeinde anzukommen. Die Verbundenheit mit dem Judentum wurde im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) begründet. Nun geht es darum, sie auch an der Basis zu verankern“.

Der erste Teil der Wegleitung enthält exegetische Kommentare zu den alttestamentlichen und neutestamentlichen Lesungen und den Evangelien der drei Lesejahre, die auf das jüdisch-christliche Verhältnis hin ausgelegt werden. Im Mittel­punkt steht vor allem die Geschichte Abrahams: Von Gott berufen wird ihm ein Volk, ein Land und eine grosse Zukunft verheissen, mit ihm schliesst Gott einen ewigen Bund, und in seiner Opferbereitschaft auf dem Berg Mo­rija beweist der Patriarch seinen Glauben und sein Gottvertrauen.

Der zweite Teil bietet liturgische Anregungen zur Gestaltung des Gottes­dienstes: für Bussakt, Psalmen, Fürbitten und Hochgebet. Die besondere Bedeutung der Psalmen wird aus der Sicht der jüdischen Tradition beleuch­tet. Auch die Frage, ob jüdische und christliche Gläubige gemeinsam beten können, wird kontrovers diskutiert.

Der dritte Teil bietet eine historische Skizze des jüdisch-christlichen Di­alogs im 20./21. Jahrhundert und eine Auswahl wichtiger Quellen von ka­tholischer, evangelischer und jüdischer Seite zum Verhältnis Judentum und Christentum. Es liegt den Autorinnen und Autoren sehr am Herzen, dass diese Basisdokumente die kirchli­che und gesellschaftliche Öffentlichkeit erreichen und zur geschwisterlichen Verständigung der Religionen beitragen. Hier schliesst auch die Frage an, wie man Christinnen und Christen das notwendige Wissen über das Ju­dentum vermitteln kann, um den Prozess des respektvollen Kennenlernens fortzusetzen. Das Ziel dieser Wegleitung ist der Wunsch, dass sich der Tag des Juden­tums zu einem Tag des gelebten Dialogs mit dem Judentum entfalten möge.

Wegleitung zum Tag des Judentums in der Schweiz am 2. Fastensonntag 2015

 

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