Bistum Basel
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Katholischer Glaube

„Wenn ich doch nur glauben könnte!“, sagen viele. Sie sehnen sich nach einer Kraft, die das eigene Leben trägt und lebendig macht. Und so ist es: Glauben ist zuallererst eine Beziehungsangelegenheit. Gott bietet Menschen seine Beziehung an. „Ich bin- wie auch immer für dich da“, sagt Gott zu Mose, geheimnisvoll verborgen in einem Dornbusch in der Wüste. Glauben ist Vertrauenssache. Die biblischen Geschichten, aber auch die über 2000-jährige Kirchengeschichte sind voll von Menschen, die erfahren haben, wie Gott sie in Nöten begleitet, zum Sprung über Mauern ermutigt,  wie Gott rettet und heilt.

Katechismus der Katholischen Kirche

Was glauben Christen?

Glauben an eine historische Person

Am Anfang und im Zentrum des christlichen Glaubens steht eine Person: Jesus von Nazareth. Was wissen wir über ihn? Jesus wächst in Nazaret als Jude auf. Mit ungefähr 30 Jahren tritt er als Wanderprediger in die Öffentlichkeit. Er kündet an, dass das Reich Gottes nahe ist. Er heilt Kranke, steht den Armen bei und führt Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, in die Gemeinschaft zurück. Seine enge Beziehung zu Gott drückt sich aus im Gebet des Vaterunsers. Es ist das zentrale Gebet aller Christinnen und Christen. Seine Botschaft vom Reich Gottes, sein Umgang mit Menschen, die am Rande stehen, seine Auslegung der Gebote, sein Selbstverständnis werden nicht von allen Zeitgenossen geschätzt. So wird er schliesslich in Jerusalem verhaftet und wie ein Verbrecher am Kreuz hingerichtet. Nach seinem Tod am Kreuz geschieht etwas Unerwartetes. Einige Frauen und Männer aus der Jüngerschaft machen die Erfahrung: Jesus lebt. Gott hat ihn auferweckt.

Glauben an Gott im eigenen Leben nachgehen

Nach Ostern wird deutlich, Gott und Jesus gehören zusammen. Menschen können – wie Jesus es gelehrt und gelebt hat – Gott selbst erfahren: In der Begegnung mit anderen Menschen, im Gebet und in jeder menschlichen (auch leidvollen) Lebenssituation.

Glauben an Gotteswort im Menschenwort

Das älteste schriftliche Zeugnis über Jesus und seine erste Anhängerschaft liegt im Neuen Testament vor. Dies ist eine Sammlung von 27 christlichen Schriften, die zwischen 50 und 150 n.Chr. verfasst worden sind. Die frühen Christengemeinden verbinden diese Schriftsammlung bald mit den älteren heiligen Schriften des Judentums, die sie "Altes Testament" nennen. Beide Schriftsammlungen zusammen werden zur Heiligen Schrift zusammengeführt und kurz Bibel (Buch) genannt. Im Alten Testament erfahren Christen etwas über die Glaubenstradition Jesu. Mit dieser Bibel hat Jesus gelebt. Wir erfahren, wer der Vater Jesu ist, ein Gott, ein einziger. Wir erfahren wie Menschen in der Familie und im Alltag auf Gottes Gegenwart (Genesis) vertraut, welche Gebete sie in unterschiedlichen Situationen gesprochen (Buch der Psalmen) und welche Wurzeln unsere liturgischen Feste (Bezüge zu Ostern findet sich in Ex 12; Bezüge zu Pfingsten findet sich in Ex 23, 16, Busstage findet sich in Lev 16) haben. Im Neuen Testament erfahren wir, wie Jesus das Gesetz und die Propheten des Alten Testamentes weiterführt und erfüllt (vgl. Mt 5,17). Und  wie er die Zuwendung Gottes zu den Menschen durch sein Leben, Sterben und Auferstehen konkretisiert. Im Lesen und Auslegen der biblischen Geschichten auf unsere gegenwärtige Lebenssituation hin können wir nach christlicher Überzeugung Gott und seinen Willen immer näher/besser kennen lernen.

Glauben an die Gemeinschaft mit Jesus und den andern

Die Gemeinschaft derer, die an Christus glauben, nennt sich "Kirche" (Ableitung aus dem griechischen kyriake = zum Herrn gehörig) und fühlt sich mit Jesus Christus verbunden: Die Gläubigen nehmen ihn wahr, in Menschen, die in Not sind. Sie erfahren ihn, in ihrer Mitte, wenn sie sich in seinem Namen versammeln. Jesus ist für sie gegenwärtig im Lesen und Hören der Schrift, im Feiern der Gottesdienste und in den sieben Sakramenten. Die Gemeinschaft der Glaubenden, die Kirche, fühlt sich dem Auftrag Jesu verpflichtet, die frohe Botschaft nicht für sich zu behalten, sondern in der Welt von heute zu verkünden, Notleidenden beizustehen und seine Gegenwart zu feiern.

Glauben an die Nähe Gottes in den Heiligen Zeichen – sieben Sakramente

Die Sakramente sind Zeichenhandlungen, in denen Menschen an bestimmten Knotenpunkten des Lebens die Nähe Gottes besonders erfahren können. Die katholische Kirche feiert sieben Sakramente: Taufe, Eucharistie, Buße, Firmung, Weihe, Ehe und Krankensalbung.

Gemeinschaft über den Tod hinaus

Zur Gemeinschaft der Kirche gehören nicht nur die Gläubigen auf Erden, sondern auch jene, die bereits gestorben sind. Manche Verstorbene, die in ihrem Leben auf besondere Weise Christus nachgefolgt sind, werden als Heilige verehrt, darunter besonders Maria, die Mutter Jesu.

Glaube an den dreifaltigen Gott

Christen teilen mit der israelitischen Religionsgemeinschaft und Moslems den Glauben an den einen und einzigen Gott, der alles erschaffen hat. Das Besondere am christlichen Glauben ist dabei das Bekenntnis zum dreifaltigen Gott. Gott ist Beziehung, und ewige Liebe zugleich: hervorbringende Liebe als Vater und Schöpfer der Welt, empfangende Liebe als Sohn, sich austauschende Liebe als Heiliger Geist.

Glauben und Beten

Im Gebet kommen Christen und Christinnen mit Gott ins Gespräch. Dies kann mit Worten oder ohne Worte, innerhalb und ausserhalb  von Feiern und Gottesdiensten in vielfältiger Form geschehen. Das bekannteste Gebet der Christen ist das "Vater unser“, das in jedem sonntäglichen Gottesdienst gebetet wird. Weitere bekannte Gebete sind „Ave Maria“ und das Rosenkranzgebet.

Heilige Zeiten - Sonntag und Kirchenjahr

Gläubige feiern den Sonntag gemeinsam mit andern im Gottesdienst. Der Sonntag ist für sie zugleich ein Tag, an dem sie sich erholen und zur Ruhe kommen. Das Jahr unterteilen Christen in zwei sogenannte Festkreise:

Weihnachtsfestkreis

Im Weihnachtsfestkreis wird vor allem die Ankunft Gottes in der Welt betrachtet und gefeiert. Dieser Festkreis beginnt im Advent. Es ist eine vierwöchige Vorbereitung auf Weihnachten, an dem die Geburt Jesu (am 24/25. Dezember) gefeiert wird.

Osterfestkreis

Der ältere Osterfestkreis beginnt mit der Fastenzeit (40 Wochentage, unterbrochen durch sechs Sonntage). Bist heute fasten Christen besonders am Aschermittwoch (erster Tag der Fastenzeit) und an Karfreitag. Zum Fasten gehören das Teilen mit Notleidenden und das Engagement für eine gerechtere Welt. Am Karfreitag wird das Leiden und Sterben Jesu, in der Osternacht und am Ostersonntag seine Auferstehung gefeiert. Der Ostersonntag fällt immer auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.

Weitere kleinere Fest- und Gedenktage sind im Laufe der Kirchengeschichte dazu gekommen.

Orientierung im Leben

Die christliche-ethische Kernaussage lässt sich im Doppelgebot Jesu zusammenfassen: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!" (Mt 22,37 bzw. Dtn. 6,5  und Lev 19,18). An diesem Doppelgebot müssen sich alle anderen Gebote und Regeln messen. So auch die Auslegung der 10 Gebote bzw. der 10 Weisungen zum Leben aus dem Alten Testament. In der sogenannten Bergpredigt Jesu (Mt 5-8) werden die 10 Gebote anhand des Auftrags der Gottes- und Nächstenliebe neu buchstabiert.

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.


Amen.

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