Bistum Basel
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Weihe

Das Sakrament der Weihe wird für die drei kirchlichen Amtsstufen Diakon, Priester und Bischof gespendet. Die Weihe ist eng mit diesen „Ämtern“ in der Kirche verbunden. Nach katholischem Verständnis wird dadurch die Sendung gewahrt, die Jesus Christus seinen Aposteln anvertraut hat. Die Amtsträger erhalten ihre Legitimation aber nicht allein durch die Übereinstimmung ihres Glaubens mit den Jüngern Jesu, sondern auch durch die geschichtliche Herleitung der Verbundenheit mit ihnen.

Auf allen drei Weihestufen wird das Sakrament innerhalb einer Eucharistiefeier traditionell durch die schweigende Handauflegung eines oder mehrerer Amtsträger und durch das Weihegebet gespendet. Neben der Salbung mit Chrisam bei der Bischofs- oder Priesterweihe kommen weitere Symbole hinzu:

  • beim Diakon das Überreichen des Evangeliars
  • beim Priester die Überreichung von Brot und Wein für die Eucharistiefeier
  • beim Bischof die Überreichung des Evangeliars und der Insignien (u. a. Bischofsmitra, -stab und -ring).

Die Spendung des Weihesakraments ist dem Bischofsamt vorbehalten.

Bedeutung der Weihe

Die Weihe wird heute vom Bischofsamt her gedeutet. Gemäss dem Zweiten Vatikanischen Konzil ist und bewirkt sie Folgendes:

„Aufgrund der Überlieferung [...] ist es klar, dass durch die Handauflegung und die Worte der Weihe die Gnade des Heiligen Geistes so übertragen und das heilige Prägemal so verliehen wird, dass die Bischöfe in hervorragender und sichtbarer Weise die Aufgabe Christi selbst, des Lehrers, Hirten und Priesters, innehaben und in seiner Person handeln. Sache der Bischöfe ist es, durch das Weihesakrament neue Erwählte in die Körperschaft der Bischöfe aufzunehmen“ („Lumen Gentium“ 21).

Weihe ist im katholischen Sinn somit nicht in erster Linie eine Amtseinsetzung, sondern die Verleihung des Heiligen Geistes und die sakramentale Indienstnahme durch Jesus Christus. Durch Gottes Kraft vergegenwärtigt der Geweihte zeichenhaft das Wirken Jesu Christi in der Kirche und in der Welt. Die Dienstämter Diakon, Priester und Bischof werden auf Christus selbst und in seiner Nachfolge auf die Apostel zurückgeführt und verkörpern den Christusdienst in besonderer Weise.

Kirchliche Ämter und Dienste

Neben den geweihten Diakonen, Priestern und Bischöfen entstanden nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil vielfältige weitere kirchliche Dienste. Dazu gehören pastorale Tätigkeiten in der Pfarreiseelsorge, im Religionsunterricht und der Bildungsarbeit, in karitativen und sozialen Bereichen wie auch in der kirchlichen Verwaltung.

Kirchliche Berufe

Kirche als Communio und Volk Gottes

Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) hat eine Rückbesinnung auf die Frühzeit der Kirche eingeleitet, indem es die Kirche als das neue Volk Gottes und als Communio (Gemeinschaft) sieht. Trotz der Unterscheidung in einen Kleriker- und Laienstand betont es die „wahre Gleichheit in der allen Gläubigen gemeinsamen Würde und Tätigkeit zum Aufbau des Leibes Christi“. Dazu wird der Apostel Paulus zitiert: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus“ (Gal 3, 28).

Zugleich betont das Konzil die gemeinsame Sendung des ganzen Volkes Gottes und die Teilhabe aller Christgläubigen, d.h. der Kleriker und Laien, „am priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi“ („Lumen Gentium“, 28). Dabei sind das Amtspriestertum und das allgemeine Priestertum einander zugeordnet. Zudem begründet das Konzil das gemeinsame Priestertum aller Christgläubigen mit der Taufe (1 Petr 2,4-10).

Alle Christ/-innen sind „kraft dieses gemeinsamen Priestertums befähigt zum Glaubenszeugnis, zum Dienst der Nächstenliebe, zur Feier des Gottesdienstes und zur Mitwirkung am Leitungsdienst“. Alle gläubigen Frauen und Männer haben somit gleichberechtigt an der Sendung der Kirche teil.

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