Bistum Basel
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Seelsorge für Anderssprachige

Der Pastorale Entwicklungsplan ‚Den Glauben ins Spiel bringen‘ hält fest:


Leitsatz 3.3.1 Gemeinschaften des Glaubens bilden

Kirche im Bistum Basel besteht aus Getauften aus verschiedenen sozialen Schichten, aus vielen Nationen, Kulturen und mit unterschiedlichen Spiritualitäten, Traditionen und Sprachen.
Ein wichtiger Ort der Sammlung der Glaubenden ist die Pfarrei. Als territorial umschriebene Grösse umfasst sie alle Getauften in ihrem Gebiet. Sie erinnert uns immer wieder an die Aufgabe, Kirche aller zu werden. Ihre Gruppen und Vereine leisten ihren Beitrag dazu.
Die Lebensräume von Glaubenden decken sich oft nicht mit den Pfarreigrenzen. Aus unterschiedlichen Motiven sammeln sich Christinnen und Christen auch an andern Orten.
Es gibt Gläubige, die sich in Einrichtungen der Kategorialseelsorge versammeln (z.B. Jugend-, Alters- oder Anderssprachigenseelsorge), andere in themen- oder aufgabenbezogenen Gemeinschaftsformen (z.B. Bibel- oder Solidaritätsgruppen), andere an bestimmten Orten (z.B. Wallfahrsorte, Bildungshäuser, Citykirchen); wieder andere finden ihre Heimat in Orden und geistlichen Bewegungen.

 

Die Kirche im Bistum Basel ist sich der Verantwortung für anderssprachige Katholikinnen und Katholiken bewusst. Anderssprachige pflegen eigene Beziehungsnetze. Die Integration in die Gesellschaft fällt leichter, wenn die Menschen in der eigenen Kultur verwurzelt sind. Die kulturelle Ausprägung des Glaubens ist ein wichtiges Element der Identität. Wir suchen gemeinsam Wege, damit der Glaube in einer Form gefeiert werden kann, die an die kulturelle Prägung anschliesst. Zur Vielfalt der kulturellen Prägung gehört aber auch die Einheit im Bistum.

 

Wir schätzen es, dass an unterschiedlichen Orten und auf vielfältige Weise der Glaube ins Spiel gebracht wird. Deshalb fördern wir die Bildung von Gemeinschaften und unterstützen bestehende Gruppen. Sie sollen möglichst lebendige Glaubenszellen werden, welche das Leben fördern und es im Glauben deuten und feiern.
Solche Gemeinschaften können Suchenden Heimat bieten und Menschen, die ihre persönliche Berufung erfahren haben, im Glauben begleiten und festigen.
Wir pflegen eine Kultur der Gastfreundschaft, der Offenheit und der Aufmerksamkeit. Menschen in allen Glaubens- und Lebenssituationen, aus unterschiedlichen Milieus und ungeachtet der Intensität ihrer Beziehung zur Kirche sollen offene Ohren und Räume finden.

 

Leitsatz 3.3.2 Kirche als Einheit in der Vielfalt leben

Gemeinschaften des Glaubens leben nicht für sich. Die Offenheit füreinander und die Verbundenheit miteinander gehören zum Wesen der Kirche. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns als Teil der Kirche verstehen. Wir fördern die Gemeinschaft in der Vielfalt. Wir sind solidarisch füreinander da. Wir nehmen unsere Verantwortung wahr und achten nach dem Subsidiaritätsprinzip auf die Zuständigkeiten der verschiedenen Ebenen.

 

Leitsatz 4.3.2 Mit den anderssprachigen Missionen die eine Ortskirche sein

Wir sind nicht eine Kirche der Schweizerinnen und Schweizer, sondern eine Kirche der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Basel. Damit anderssprachige Gläubige ihren Glauben und ihre Kultur leben und bezeugen können, in der Fremde eine erste Beheimatung haben und so sich auch leichter in die Gesellschaft integrieren können, werden eigene Missionen auch weiterhin notwendig sein. Durch ihr lebendiges Zeugnis für den katholischen Glauben sind die anderssprachigen Missionen eine Bereicherung für die Kirche in unserem Bistum.

Anderssprachige Missionen sind für uns Teil der Gesamtpastoral. Die Seelsorge für alle Katholiken eines überschaubaren Gebietes wie z.B. eines Pastoralraumes oder eines Dekanates wird möglichst gemeinsam wahrgenommen. Die Seelsorgenden der Missionen und der territorialen Einheiten teilen die Aufgaben nach ihren Möglichkeiten und den Bedürfnissen der Gläubigen auf. Dabei werden unnötige Parallelstrukturen in der Pastoral vermieden. Die Pastoral ist weiterhin offen für neue Gruppierungen von Migrantinnen und Migranten.

 

 

Migrationspastoral im Rahmen des Pastoralen Entwicklungsplans des Bistums Basel

Grundsätze

Der Pastorale Entwicklungsplan stärkt die Führungslinien der Pastoral im Bistum. Die entsprechenden Grundsätze des Bistums gelten für alle Seelsorgenden und alle Verantwortlichen.
Grundlage dafür ist die loyale Mitarbeit aller. Sie zeigt sich im Einbezug der Betroffenen und im gemeinsamen Gespräch für eine zukunftsoffene Pastoral.
Diese Haltung stärkt unser Bewusstsein, dass wir durch die eine Taufe in der einen Kirche alle Schwestern und Brüder sind. Dies begründet die gegenseitige Offenheit füreinander und schützt uns davor, politische oder nationale Eigeninteressen in den Vordergrund zu stellen.

 

  1. Die Migrationspastoral ist Teil der Pastoral des Bistums. Die Sorge für Migrantinnen und Migranten  orientiert sich an den pastoralen Grundsätzen des Bistums.    Die Perspektiven des Pastoralen Entwicklungsplans gelten auch für die Migrationspastoral.
  2. Die Perspektive, den Glauben ins Spiel zu bringen, führt zu einer grundsätzlichen Offenheit für spezifische Elemente einer Pastoral der Migranten. Die kirchliche, spirituelle, soziale und kulturelle Situation einer Migrationsgruppe kann solche Eigenheiten erfordern. Dies kann  auch zur Bildung von sprachspezifischen Missionen und Gemeinschaften führen.Aussagen des PEP zu anderssprachigen Katholiken finden sich in den Abschnitten 3.3.1,  3.3.2,  4.3.1 und 4.3.2. Das kirchliche Leben von Migrationsgemeinden ist Teil des Lebens der Ortskirche. Lebendige Gemeinschaften sind ein Geschenk für die ganze Kirche.
  3. Der PEP setzt bei der Pastoral an und gestaltet dem entsprechend Strukturen und den Einsatz von Personal. Den territorialen Rahmen  bilden die Pastoralräume. Sie werden gestaltet aufgrund einer pastoralen Reflexion, welche sich im Pastoralraumkonzept konkretisiert. Durch Sprache definierte Migrationsgruppen reichen über einzelne Pastoralräume hinaus. Nur in wenigen Fällen deckt sich das Gebiet einer Mission mit einem Pastoralraum. Darum ist die angemessene Ebene für die konzeptionell-strategischen Fragen der Pastoral von Migranten die Diözese (bzw. mehrere Diözesen).Auf der operativen Ebene arbeiten die Missionare in konkreten Pastoralräumen; darum wird die Zusammenarbeit der Missionare mit den Verantwortlichen im Pastoralraumkonzept  des Pastoralraumes geregelt, in dem die Mission ihren Sitz hat.
  4. Jede Migrationsgruppe steht an einem anderen kirchlichen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Ort. Es ist deshalb nicht sinnvoll, für alle ein einheitliches Pastoralkonzept zu schaffen. Hingegen soll im Bistum unter der Führung des Bischofs für jede Sprachgruppe ein pastorales Grundkonzept erarbeitet werden, das analog zu den Pastoralraumkonzepten verbindlich ist. 
  5. Die internationalen Migrationen sind ein bleibendes Phänomen unserer Welt (-ordnung). Die Kirche hat deshalb besonders auf (neue) Migrationsgruppen zu achten, besonders auf die Gruppen, deren Status in der Gesellschaft prekär ist. Es ist Aufgabe jedes Pastoralraumes und jeder Pfarrei, auf alle Getauften zu achten und sie als Brüder und Schwestern aufzunehmen. Die pastorale Sorge macht nicht an Sprach- oder Nationalitätengrenzen Halt.
  6. Mit der fortschreitenden gesellschaftlichen Integration einer Migrationsgruppe verändern sich die Aufgaben der Pastoral. Die Pastoralkonzepte sind deshalb periodisch zu überprüfen. Das kann dazu führen, dass etablierte Angebote von Pfarreien und Missionen zugunsten neuer Migrationsgruppen verändert werden müssen.
  7. Strukturen (Personalkonzept, Infrastrukturkonzept, Finanzhaushalt) und pastorales Handeln richten sich nach den pastoralen Notwendigkeiten in der einen Ortskirche.  Hinsichtlich paralleler Strukturen und Tätigkeiten gilt: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Anpassungen betreffen Pfarreien und anderssprachige Missionen gleichermassen. Kooperationen, Schwerpunktbildungen und Arbeitsteilungen dienen diesem Anliegen und bezeugen die eine Kirche.
  8. Der Personaleinsatz geschieht nach den Regeln des Bistums. Die Beherrschung der deutschen bzw. französischen Sprache  - entsprechend der vorherrschenden Sprache am Ort -  ist Voraussetzung für einen Einsatz in einer Mission, damit über den Missionar die spezifische Migrantenpastoral  als Teil der Gesamtpastoral des Bistums gestaltet wird.

Ökumenisches Online-Verzeichnis christlicher Migrationsgemeinden in der Schweiz

Ein frei zugängliches ökumenisches Online-Verzeichnis von fast 350 christlichen Migrationsgemeinden erlaubt einen tiefen Einblick in die Vielfalt christlicher Gemeinschaften und Kirchen in der Schweiz. Christliche Migrationsgemeinden tragen in hohem Masse zu veränderten Gesichtszügen des christlichen Glaubens in der Schweiz bei. Sie erbringen zudem wichtige Leistungen im Rahmen der Integration von Migrantinnen und Migranten.

Das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut hat 2012 und 2013 in Kooperation mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund und der Dienststelle migratio der Schweizer Bischofskonferenz sowie mit Hilfe zahlreicher Personen aus unterschiedlichen Kirchen Adressen und Informationen zu christlichen Migrationsgemeinden gesammelt und diese für das vorliegende Verzeichnis aufbereitet.

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