Bistum Basel
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Gemeinschaft

Der Grundauftrag der Kirche besteht darin, Zeugnis von Jesus Christus zu geben, seine Botschaft durch die Zeiten zu tragen und Raum für eine Begegnung mit Jesus Christus frei zu halten. Der Auftrag kann in vier Tätigkeitsfelder ausgefaltet werden: Verkündigung, Gottesdienst (Liturgie), Dienst am Nächsten (Diakonie), Gemeinschaft leben. Die vier Felder  sind jedoch immer miteinander verbunden. Dienst am Nächsten ist auch Gottesdienst und Verkündigung und schafft Gemeinschaft.
Träger des Auftrages sind alle Getauften; Amtsträger sorgen dafür, dass die Tätigkeitsfelder bearbeitet werden.

Kirche ist Gemeinschaft. Damit ist nicht in erster Linie eine emotionale Gemeinschaft gemeint. Das Wort Verbundenheit trifft den Sachverhalt besser. Gott sucht Verbindung mit den Menschen. Aus der Verbindung mit Gott entstehen Verbindungen der Menschen untereinander. Das ist die Kirche. In Verkündigung, Gottesdienst und Dienst am Nächsten trägt sie diese Verbundenheit von Gott und Mensch durch die Zeiten.

Der Begriff Communio bzw. Gemeinschaft findet sich im "Herzen der Selbsterkenntnis der Kirche" und bezeichnet das Geheimnis der persönlichen Vereinigung jedes Menschen mit der göttlichen Dreifaltigkeit und mit den anderen Menschen, die im Glauben ihren Ursprung hat und auf die eschatologische Erfüllung in der himmlischen Kirche ausgerichtet ist, welche aber gleichwohl schon in der Kirche auf Erden ihre anfängliche und vorläufige Verwirklichung findet.

Die kirchliche Gemeinschaft ist zugleich unsichtbar und sichtbar. In ihrer unsichtbaren Wirklichkeit ist sie Gemeinschaft jedes Menschen mit dem Vater durch Christus im Heiligen Geist, sowie mit den anderen Menschen in der gemeinsamen Teilnahme an der göttlichen Natur, am Leiden Christi, an demselben Glauben, an demselben Geist. In der Kirche auf Erden besteht eine innige Beziehung zwischen dieser unsichtbaren Gemeinschaft und der sichtbaren Gemeinschaft in der Lehre der Apostel, in den Sakramenten und in der hierarchischen Ordnung. Durch diese göttlichen Gaben von gut sichtbarer Wirklichkeit nimmt Christus in der Geschichte auf verschiedene Weise sein prophetisches, priesterliches und königliches Amt zum Heil der Menschen wahr. Diese Beziehung zwischen den unsichtbaren Elementen und den sichtbaren Elementen der kirchlichen Gemeinschaft ist für die Kirche als Sakrament des Heils konstitutiv.

Aus dieser Sakramentalität ergibt sich, dass die Kirche nicht in sich selbst geschlossen, sondern fortwährend für die missionarische und ökumenische Dynamik offen ist, da sie ja in die Welt gesandt ist, um das Geheimnis der Gemeinschaft, das sie konstituiert, zu verkünden und zu bezeugen, zu vergegenwärtigen und zu verbreiten: alle und alles in Christus zu vereinen, allen "untrennbares Sakrament der Einheit" zu sein.
 
 
Text entnommen aus dem SCHREIBEN AN DIE BISCHÖFE DER KATHOLISCHEN KIRCHE
ÜBER EINIGE ASPEKTE DER KIRCHE ALS COMMUNIO von der KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE vom 28. Mai 1992.
 
Den vollständigen Text gibt es hier.

Zitat aus dem PEP 3.3.1

Im Pastoralen Entwicklungsplan ‚Den Glauben ins Spiel bringen‘ ist dazu zu lesen:

3.3.1 Gemeinschaften des Glaubens bilden
Kirche im Bistum Basel besteht aus Getauften aus verschiedenen sozialen Schichten, aus vielen Nationen, Kulturen und mit unterschiedlichen Spiritualitäten, Traditionen und Sprachen.
Ein wichtiger Ort der Sammlung der Glaubenden ist die Pfarrei. Als territorial umschriebene Grösse umfasst sie alle Getauften in ihrem Gebiet. Sie erinnert uns immer wieder an die Aufgabe, Kirche aller zu werden. Ihre Gruppen und Vereine leisten ihren Beitrag dazu.
Die Lebensräume von Glaubenden decken sich oft nicht mit den Pfarreigrenzen. Aus unterschiedlichen Motiven sammeln sich Christinnen und Christen auch an andern Orten.
Es gibt Gläubige, die sich in Einrichtungen der Kategorialseelsorge versammeln (z.B. Jugend-, Alters- oder Anderssprachigenseelsorge), andere in themen- oder aufgabenbezogenen Gemeinschaftsformen (z.B. Bibel- oder Solidaritätsgruppen), andere an bestimmten Orten (z.B. Wallfahrsorte, Bildungshäuser, Citykirchen); wieder andere finden ihre Heimat in Orden und geistlichen Bewegungen.

Die Kirche im Bistum Basel ist sich der Verantwortung für anderssprachige Katholikinnen und Katholiken bewusst. Anderssprachige pflegen eigene Beziehungsnetze. Die Integration in die Gesellschaft fällt leichter, wenn die Menschen in der eigenen Kultur verwurzelt sind. Die kulturelle Ausprägung des Glaubens ist ein wichtiges Element der Identität. Wir suchen gemeinsam Wege, damit der Glaube in einer Form gefeiert werden kann, die an die kulturelle Prägung anschliesst. Zur Vielfalt der kulturellen Prägung gehört aber auch die Einheit im Bistum.

Wir schätzen es, dass an unterschiedlichen Orten und auf vielfältige Weise der Glaube ins Spiel gebracht wird. Deshalb fördern wir die Bildung von Gemeinschaften und unterstützen bestehende Gruppen. Sie sollen möglichst lebendige Glaubenszellen werden, welche das Leben fördern und es im Glauben deuten und feiern.
Solche Gemeinschaften können Suchenden Heimat bieten und Menschen, die ihre persönliche Berufung erfahren haben, im Glauben begleiten und festigen.
Wir pflegen eine Kultur der Gastfreundschaft, der Offenheit und der Aufmerksamkeit. Menschen in allen Glaubens- und Lebenssituationen, aus unterschiedlichen Milieus und ungeachtet der Intensität ihrer Beziehung zur Kirche sollen offene Ohren und Räume finden.

3.3.2 Kirche als Einheit in der Vielfalt leben
Gemeinschaften des Glaubens leben nicht für sich. Die Offenheit füreinander und die Verbundenheit miteinander gehören zum Wesen der Kirche. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns als Teil der Kirche verstehen. Wir fördern die Gemeinschaft in der Vielfalt. Wir sind solidarisch füreinander da. Wir nehmen unsere Verantwortung wahr und achten nach dem Subsidiaritätsprinzip auf die Zuständigkeiten der verschiedenen Ebenen.
Zeiten des Umbruchs sind auch Zeiten der Unsicherheit und konfliktreicher Suche. Wir bemühen uns, bei dieser Suche in Achtung und Liebe miteinander Kirche zu sein. Wir schärfen den Sinn dafür, dass wir als Getaufte mit allen Unterschieden in der einen Kirche unterwegs sind.

Für Entscheide von grosser Tragweite suchen die Leitungsverantwortlichen auf allen Ebenen des Bistums synodale Wege. Dabei soll das Ziel des synodalen Prozesses klar und präzis formuliert werden. Wir bemühen uns, die Entscheidungskompetenz des kirchlichen Amtes mit der Berufung aller Getauften zur Gestaltung von Kirche und Welt in Einklang zu bringen; in dialogischen Prozessen streben wir einen Konsens an.
Wir achten kritisch auf die Machtverhältnisse, die in allen Beziehungsformen wirken,  und suchen Arbeitsformen und Strukturen, die Zusammenarbeit und Mitwirkung ermöglichen.

3.3.3 Aus der Eucharistie Kirche sein
Die Sammlung zur Kirche durch Jesus Christus findet ihren sakramentalen Quell- und Höhepunkt in der Feier der Eucharistie. Die Gläubigen versammeln sich zur sichtbaren Gemeinschaft, die das kirchliche Leben am Ort bezeugt. Darum bemühen wir uns gemäss altchristlicher Tradition, am Sonntag Eucharistie als die Versammlung der ganzen Gemeinde zu feiern.
In Eucharistiefeiern in spirituellen Zentren finden Menschen eine geistliche Heimat und werden so für ihr Leben als Christen gestärkt.

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