Bistum Basel

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«Der gelebte Glaube ohne Zurschaustellung hat mich überzeugt.»

Jennifer Jung ist in einer Familie aufgewachsen, die den Buddhismus praktiziert. In der Meditation fand sie sich nicht, und war einige Jahre überzeugte Atheistin. «Ich dachte, es gibt nichts nach dem Tod, und nur was wir sehen, ist real.» Im folgenden Interview berichtet sie, wie sie zu Gott und dem Glauben gefunden hat.

Frau Jung, was hat Ihr Interesse am katholischen Glauben geweckt?
Durch die Liebe zur klassischen sakralen Musik und dem Studium der Kunstgeschichte öffnete sich mir erstmals der Katholizismus. In katholischen Kirchen spürte ich immer stärker eine Präsenz. Mein Schlüsselerlebnis war, als ich die Basilika des Heiligen Antonius in Padua besuchte. Wenige Tage vor dem Fest des Heiligen nahmen viele Leute an der Messe teil, besonders auch Menschen mit Krankheiten und Gebrechen. Deren lebendiger Glaube und die voller Inspiration gefeierte Messe haben etwas in mir geöffnet und mich tief beeindruckt. Als Ungetaufte habe ich den Heiligen Antonius mit Gebet und Kerzengabe darum gebeten, mich zu führen und mir den richtigen Menschen ins Leben zu schicken.

«Dieser lebendige Glaube hat etwas in mir geöffnet.»

Warum und wann sind Sie zum katholischen Glauben übergetreten?
Als ich meinen Freund in Italien kennenlernte, sah ich, wie er und seine Familie ihren Glauben lebten: Hilfe für Bedürftige, Grosszügigkeit, Korrektheit und ein gutes Wort, das tägliche Gebet und den Besuch der Messe - all dies aus Überzeugung und ohne Zurschaustellung. Das hat mich überzeugt, ihn als Paten zu wählen. Auch glaube ich, dass der Heilige Antonius ihn mir geschickt hat. 

Wie haben Sie sich auf Ihren Übertritt zur katholischen Kirche vorbereitet?
In Bern konnte ich die Vorbereitungskurse für den Erhalt der Taufe, Erstkommunion und Firmung machen. Regelmässig habe ich das gemeinsame Rosenkranzgebet besucht. In Italien findet die Erwachsenentaufe meist nur einmal jährlich oder alle zwei Jahre statt. Die Priester in Italien waren erst etwas skeptisch, da meine Vorbereitung in der Schweiz in ihren Augen kurz war und mein Italienisch damals noch nicht fortgeschritten. Dank der Hilfe von Bischof Felix Gmür hat sich mein Wunsch erfüllt. Er hat mich angerufen und mit dem Bischof in Florenz Kontakt aufgenommen. 2014 erhielt ich die drei Initiationssakramente in einer traditionellen Osternachtsmesse in Florenz. Bei der Taufe zog mir mein Pate die Alba an. Dieses lange weisse Gewand wurde traditionellerweise bis zu einer Woche nach der Taufe getragen, als Zeichen der neuen Zugehörigkeit zu Jesus.

«Ich versuche, dem guten Beispiel Jesu nachzufolgen.»

Wie leben Sie Ihren Glauben heute?
Seit ich meinen Weg als Katholikin gefunden habe, besuche ich stets die Heilige Messe, bete und versuche, dem guten Beispiel Jesu nachzufolgen. Da ich nicht katholisch aufgewachsen bin, habe ich noch immer viel zu lernen. Mir gefällt dabei, wie tief und vielfältig man persönlich am Katholizismus wachsen kann. Der Glaube hat mir grosses Vertrauen und Dankbarkeit im Leben geschenkt. Wir sind nie alleine, Jesus ist für uns da.