Bistum Basel

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Firmung

„Firmare“ kommt aus dem Lateinischen und steht für „bekräftigen, stärken“. Das Sakrament der Firmung soll Menschen auf ihrem Glaubensweg bestärken. Es ist ein bestätigendes, freiwilliges „Ja“ zur Taufe. Mehr noch: Im Zusammenhang mit der Firmung steht der Heilige Geist.

Die Firmung - ein Sakrament

In der Bibel heisst es: „Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen zu reden, wie der Geist es ihnen eingab.“

Das Wort Geist wird heute ganz unterschiedlich und vielfältig verwendet, etwa in Begeisterung, Geisterbahn, Geistheiler. Solche Worte können seltsame Phantasien wecken und führen oft von den Fragen des Glaubens weg.

„Geist erfahren“ meint nach der Bibel Gott begegnen und sich von ihm ansprechen lassen; zu merken, dass seine Kraft in unserem Leben am Wirken ist und auch in uns und durch uns wirken kann. Den Geist Gottes erfahren heisst, zu spüren, dass gerade bei allem Schlechten und Negativen in der Welt es viel Hilfsbereitschaft, Solidarität, verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung und Einsatz für eine menschlichere Welt gibt und braucht.

Die Firmfeier

Das Sakrament der Firmung wird immer innerhalb einer Eucharistiefeier gespendet. Firmspender ist der Diözesanbischof oder stellvertretend der Weihbischof und andere zur Firmspendung Beauftragte. Im Firmgottesdienst legt der Bischof den Firmlingen symbolisch die Hand auf und salbt ihre Stirn mit Chrisam (Öl). Die Handauflegung ist seit frühchristlicher Zeit ein Zeichen der Geistverleihung. Die Salbung mit Chrisam als Zeichen des Bundes mit Christus erinnert an die Taufe. 

Der Apostel Paulus bezeichnet den Heiligen Geist als “Siegel“ des Christen: „Durch ihn habt auch ihr das Wort der Wahrheit gehört, das Evangelium von eurer Rettung; durch ihn habt ihr das Siegel des verheissenen Heiligen Geistes empfangen, als ihr den Glauben annahmt“ (Eph 1,13). Dieses Siegel tragen gefirmte Menschen unauslöschlich, wenn sie es in der Firmung einmal empfangen haben.

Erwachsenenfirmung

Warum gibt es die Erwachsenenfirmung? Viele Katholik/-innen wurden und werden als Kinder oder Jugendliche gefirmt. Für sie gehört die Firmung zu ihrer religiösen Sozialisation, zum Hineinwachsen in die Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche.

Genau das meint Firmung – ein Wort, das aus der lateinischen Sprache kommt, „firmare“: Bekräftigen, dass ich zu dieser Glaubensgemeinschaft gehören möchte. Den Weg bestätigen, der mit der Taufe begonnen hat. Sich bewusst dazu entscheiden, das eigenen Leben aus einer christlichen Grundhaltung heraus zu gestalten. Und sich im Sakrament zusagen lassen, dass Gottes Geist diesen Weg begleitet und bestärkt.

Aus unterschiedlichsten Gründen haben Menschen manchmal ihre Firmung im Jugendalter verpasst. Oder sie haben sich damals nicht dazu entscheiden können, konnten nicht ehrlich JA sagen dazu. Jetzt sind sie dazu bereit, und nach einem Vorbereitungsweg feiern sie die Firmung als Erwachsene. Deshalb gibt es die Erwachsenenfirmung.

Andere haben ihren Weg in einer anderen christlichen Kirche begonnen und wollen nun der katholischen Glaubensgemeinschaft angehören. Da die katholische Kirche die Taufe vieler christlicher Konfessionen – etwa der reformierten Kirche – anerkennt, wird eine in einer anderen Kirche getaufte Person, die in die katholische Kirche eintritt, nicht noch einmal getauft. Aber sie wird gefirmt. Auch deshalb gibt es die Erwachsenenfirmung.

Wer als Erwachsener oder Erwachsene ganz neu in die katholische Kirche eintritt, empfängt meist jene drei „Eintritt“-Sakramente in einer Feier: Taufe, Kommunion und Firmung. Je nach persönlicher Situation entscheiden auch sie sich manchmal, die Firmung in einer eigenen Feier am Bischofssitz zu empfangen. Auch deshalb gibt es die Erwachsenenfirmung.

Viele, die als Erwachsene ihre Firmung feiern, berichten über eine besonders intensive Auseinandersetzung mit ihrem Weg als Christin, als Christ, und nicht wenige erleben diesen Schritt sehr bewusst. Deshalb ist die Feier der Erwachsenenfirmung immer ein besonders eindrückliches und emotionales Erlebnis.

Biblisch-theologische Hintergründe

Waren in der Frühzeit des Christentums Taufe und Firmung in einem einheitlichen Ritus miteinander verbunden – wie auch heute noch in der Ostkirche – wurde Ende des ersten Jahrtausends die Abspaltung dieses Ritus von der Taufe vollzogen: Aus dem Teilsakrament wurde ein Vollsakrament "Firmung".

Die historische Wurzel für die Trennung von Firmung und Taufe liegt in der Bindung an den Bischof. Die Handauflegung mit der Herabrufung der Gaben des Heiligen Geistes war an das Amt des Bischofs gebunden: „Denn [der Geist] war noch auf keinen von ihnen herabgekommen; sie waren nur auf den Namen Jesu, des Herrn, getauft. Dann legten sie ihnen die Hände auf und sie empfingen den Heiligen Geist.“ (Apg 8,16-17). Auch wenn sich die Firmung zu einem eigenständigen Sakrament entwickelt hat, bleibt sie auf die Taufe bezogen.

Zum Wesen und Wirkung der Firmung: „Durch das Sakrament der Firmung werden die [getauften] Menschen vollkommener der Kirche verbunden und mit einer besonderen Kraft des Heiligen Geistes ausgestattet. So sind sie in strengerer Weise verpflichtet, den Glauben als wahre Zeugen Christi in Wort und Tat zugleich zu verbreiten und zu verteidigen“ (Zweites Vatikanisches Konzil: „Lumen Gentium“).

Eine Firm-Theologie und -Pastoral lässt sich heute vom folgenden Ansatz leiten: Firmung ist die Vollendung der Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft durch das freie, selbstverantwortliche und öffentliche Glaubensbekenntnis der Getauften selbst.

Pastoraler Schwerpunkt: Firmung

Die Vorbereitung und Hinführung von jungen Menschen zum Sakrament der Firmung gehören im Bistum Basel zu den grossen Herausforderungen der Zukunft. In der Vorbereitung und Feier dieses Sakraments soll sich die heilsame Begegnung mit dem Geheimnis Gottes ereignen. Dabei kommt es darauf an, auch jungen Menschen einen Zugang zum Geheimnis Gottes zu eröffnen und den Gottesdienst so zu feiern, dass dies geschehen kann.

Die Vorbereitung auf das anstehende Sakrament gleicht mehr der Einführung als einer Vertiefung des Glaubens. Somit werden Lebenswege als Glaubenswege begleitet und können im Kontakt mit der christlichen Gemeinschaft reifen.

Im Rahmen des Pastoralen Entwicklungsplans (PEP) ist die Firmpastoral – innerhalb der Pastoral der Initiationssakramente – einer von vier pastoralen Schwerpunkten. Auf der Grundlage des PEP  gibt die Erarbeitung eines Pastoralkonzepts für einen Pastoralraum die Gelegenheit zur Ausrichtung der Firmpastoral auf die heutigen Notwendigkeiten. Dies setzt besonders bei der Erfahrung an, dass das Hineinwachsen in eine Glaubenspraxis und die Zugehörigkeit zur Kirche nicht mehr mit dem Hineinwachsen in die Gesellschaft geschehen. Der Glaube ist nicht selbstverständlich „im Spiel“, sondern muss neu „ins Spiel gebracht“ werden.