Bistum Basel

Artikel im Warenkorb hinzugefügt

Warenkorb anzeigen

Rolle Koordinatorin

Die unabhängige Koordinatorin ist offizielle Meldestelle für sexuelle Übergriffe im Bistum Basel (formelles Verfahren). Die Meldung eines mutmasslichen sexuellen Übergriffs durch Opfer, Mitwissende/Vertrauenspersonen, Zeugen und Täter nimmt sie entgegen und setzt sich dafür ein, dass ein Übergriff vollständig geklärt wird. Dafür zieht sie Verantwortungsträger und Fachpersonen in ein Interventionsteam ein und koordiniert straf-, personal- und kirchenrechtliche Massnahmen. Sie achtet darauf, dass die Öffentlichkeitsarbeit durch die zuständigen Kommunikationsverantwortlichen wahrgenommen wird und Persönlichkeitsrechte Betroffener gewahrt bleiben. Steht der Vorwurf eines Offizialdeliktes im Raum, fordert sie die kirchlichen Amtspersonen auf, auch ohne Einverständnis des Opfers Strafanzeige zu erstatten. Eine Meldung an die Koordinatorin kann durch die meldende Person nicht zurückgezogen werden (Entscheidungsfreiheit wird durch die meldende Person abgegeben).

Die Kosten für die Koordinatorin werden durch die Bischöfliche Ordinariatsstiftung getragen. Ihre Dienstleistungen sind deshalb für alle Personen unentgeltlich.

Aufgaben und Kompetenzen

Operative Ebene

Die Koordinatorin:

  • beurteilt initial, ob ein Offizial- oder Antragsdelikt vorliegt. Wird ein Offizialdelikt vermutet, ist sie dafür besorgt, dass sich der Täter entweder selber anzeigt oder aber die Strafanzeige durch eine kirchliche Amtsperson (Bischof, Generalvikar, Bischofsvikar) unabhängig von der Einwilligung des Opfers erfolgt. Die Koordinatorin steht allen Personen unterstützend bei der Anzeigeerstattung zur Verfügung. Die Abklärung über das tatsächliche Vorliegen einer solchen Straftat obliegt immer und ausschliesslich der staatlichen Strafuntersuchungsbehörde.
  • setzt sich dafür ein, dass jeder gemeldete sexuelle Übergriff auf allen Ebenen vollständig geklärt werden kann. Ihr stehen dafür drei Kern-Interventionsteams zur Verfügung, welche sich wie folgt zusammensetzen:
    - Täter mit Missio canonica: Koordinatorin, Fachperson gegen sexuelle Übergriffe, 
      Personalverantwortliche
    - Täter ohne Missio canonica: Koordinatorin, Fachperson gegen sexuelle Übergriffe,
      Vertretung der unmittelbar vorgesetzten Instanz (z.B. Leitung der Pfarrei),
      Vertretung Anstellungsbehörde.
    - Täter als Angehöriger des Bischöflichen Ordinariates/Offizialates: Koordinatorin,
      Fachperson gegen sexuelle Übergriffe, Generalvikar als Vertreter der
      Anstellungsbehörde.
    Diese drei Kernteams können unter der Leitung der Koordinatorin durch z.B.  Kommunikationsverantwortliche verschiedener Ebenen von kirchlichen Instanzen/Anstellungsbehörden, Vertreter der Anstellungsbehörde des Täters, das Opfer oder eine durch das Opfer beauftragte Vertrauensperson, den Täter oder die kirchlich vorgesetzte Instanz desselben und weiterer Fachpersonen (Täterspezialist/-in, Opferspezialist/-in, Psychiater/-in, Kirchenrechtler/-in) jederzeit erweitert werden. Die Koordinatorin legt in Rücksprache mit den beigezogenen Personen die Vorgehensweise in der Fallbearbeitung fest.
  • führt gegebenenfalls das Gespräch, in dem eine beschuldigte Person mit dem Sachverhalt (Vorwurf des sexuellen Missbrauchs) konfrontiert wird.
    berät im juristischen Bereich die kirchlichen Amtspersonen (Bischof, Generalvikar, Bischofsvikare), die kirchlichen Vorgesetzten und die Anstellungsbehörden (z.B. Kirchgemeinden), welche Schritte einzuleiten und Sanktionen zu verhängen sind (staatliches und/oder kirchliches Straf-/Disziplinarverfahren; arbeits- bzw. personalrechtliche Massnahmen etc.).
  • ist dafür besorgt, dass die Öffentlichkeitsarbeit durch die Kommunikationsverantwortlichen auf Ebene Bistum, ev. Bistumskanton, Pfarrei/Pastoralraum, Anstellungsbehörde wahrgenommen und koordiniert wird.
  • überprüft die Umsetzung der gefassten Beschlüsse unter Einbezug der kirchlich vorgesetzten Instanzen und der Anstellungsbehörde.

Strategische Ebene

Die Koordinatorin:

  • ist Mitglied des Diözesanen Fachgremiums gegen sexuelle Übergriffe des Bistums Basel.
  • klärt im Auftrag des Bischofs oder der Anstellungsbehörde juristische Probleme bei der Bearbeitung von sexuellen Übergriffen und deren Folgen für ein Anstellungsverhältnis (Grundlagenarbeit).
  • hat die einzelnen Fälle zu Lehr- und Lernzwecken anonymisiert aufzubereiten.
Diese Webseite benutzt Cookies für Statistiken, zur Seitenoptimierung und für zielgerichtetes Marketing. Mit der weiteren Benutzung dieser Seite akzeptieren Sie den Einsatz von Cookies zu diesen Zwecken. Lesen Sie hier mehr.