Bistum Basel

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Vier neue Diakone im Bistum Basel

Allerheiligenritual
Die Neudiakone während des Allerheiligenrituals, gesungen von der Kantorin Christa Grünenfelder am Ambo

Am Sonntag hat Bischof Felix Gmür in der St. Ursen-Kathedrale Solothurn vier Männer zu ständigen Diakonen geweiht: Wolfgang Meier aus Birsfelden, Jure Ljubic aus Meiringen, Mathias Mütel aus Solothurn und Hans-Peter Stierli aus Hägglingen haben sich in den letzten Wochen und Monaten intensiv auf die Weihe vorbereitet und ihr Zeugnis feierlich vorgebracht.

Von Nicole Jörg, Bistum Basel

«Heute hat die Kirche ihre Freude, vier Männer zu weihen. Lassen wir uns ein auf Gottes Wort und seine Gegenwart. Heute ist er da!», mit diesen Worten hat Bischof Felix Gmür die Weihezeremonie eröffnet. Urs Corradini, Pastoralraumleiter und Diakon in Schüpfheim, stellte die Kandidaten vor, erläuterte die Werdegänge und beschrieb die vergangenen Wochen der Vorbereitung. So seien die gestandenen Theologen Jure Ljubic von Rubigen (BE) in Meiringen (BE), Wolfgang Meier von Jesteten (D) in Birsfelden (BL), Mathias Mütel von Hamburg (D) in Solothurn (So) und Hans-Peter Stierli von Aristau (A) in Hägglingen (AG) nach Besuch des Diakonatskurses und anschliessenden Exerzitien für die Aufgaben als Diakone gut vorbereitet und würdig die Weihe zu empfangen.

Bischof Felix Gmür erzählte in seiner Predigt von Jesus, der in der Synagoge gepredigt und sich selbst kommentiert habe: «Heute hat sich das Schriftwort erfüllt. Nämlich das Schriftwort, dass der Geist auf Christus ruht, dass mit ihm Freiheit und Rettung kommt (Lk 4,16–30).» Heute sei nicht gestern. Heute sei jetzt. Jetzt komme Jesus auf die Welt, und jetzt finde der Beginn seines Wirkens statt. Es sei der Beginn des Wirkens seiner vier ständigen Diakone und ihren Frauen.

Zugehörigkeit leben, fördern und unterstützen

Bischof Felix Gmür erläuterte anhand der hebräischen Begriffe yada (erkennen) und yadosh (absondern) den Auftrag der Diakone. «Yada»: Es gehe um mehr als das normale Erkennen. Es gehe darum intellektuell, emotional und körperlich wahrzunehmen und dazuzugehören, weil man ersehen worden ist. Heute und jetzt würde die Zugehörigkeit der vier Weihekandidaten zu Gott neu gefeiert, so wie sie mit jedem Sakrament neu gesetzt werde. Modern betrachtet seien sie nun im Sinne des Zugehörigkeitskonzepts, der Inklusion, dazu beauftragt, allen Menschen das Wort Gottes bis an den Rand der Gesellschaft zu verkünden und die Zugehörigkeit zu leben, zu fördern, zu unterstützen. Bischof Felix Gmür erwähnte hinsichtlich des synodalen Prozesses in seiner Predigt, dass sich Diakone – und er meine auch Diakoninnen – den Armen, Gefangenen und den Abgesonderten annehmen sollen.

Keine Laien, keine Priester und doch keine 50%-Männer

«Yadosh» heisse absondern. Die vier Männer seien abgesondert, da sie nach dieser Weihe jemand anderes seien – keine Laien mehr. Und in dieser Funktion als Abgesonderte seien sie beauftragt, zu den «Skandalisierten», den Abgesonderten der Gesellschaft zu gehen. Zu Menschen wie damals Maria und Joseph, die als unverheiratetes Paar ein Kind bekommen haben und in der Kälte draussen auf dem Feld, abgesondert von der Gesellschaft harrten. Heute habe sich das Schriftwort für die vier Weihekandidaten erfüllt und werde sich immer wieder aufs Neue erfüllen.

Die eindrückliche Feier wurde vom Gospel- und Cantus-Chor Birsfelden unter der Leitung von Bernd Piepenbreier, dem Organist Doychin Raychev und der Kantorin Christa Gründenfelder musikalisch mitgestaltet. Besonders beeindruckend wirkte das Ausharren der vier Männer: Bei sehr kalten Temperaturen in der Kirche legten sie sich auf den Steinboden und demonstrierten damit ihre Demut vor Gott, während die Kantorin Christa Grünenfelder das minutenlange Allerheiligenritual vortrug. Nach allen abgeschlossenen Weiheritualen liessen sich die Neudiakone von den rund 190 Gästen zunächst durch Applaus beglückwünschen. Im Anschluss an die Messe konnte die Gesellschaft Corona-konform unter freiem Himmel in der Abendsonne anstossen und ein geselliges Apéro geniessen. Die Aufmerksamkeit der Passanten war der grossen, feierlich strahlenden Gesellschaft auf den Stufen und der Terrasse der St. Ursen-Kathedrale gewiss.

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