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Charles de Foucauld - ein Heiliger

Heute nimmt Papst Franziskus den Ordensmann Charles de Foucauld in die Schar der Heiligen auf. Der französische Priester, Trappistenmönch und Eremit Charles de Foucauld, auch bekannt als Bruder Karl von Jesus, wurde im November 2005 von Papst Benedikt XVI seliggesprochen. Seine Heiligsprechung wurde jüngst durch die Corona-Situation verzögert.

Von Prof. Dr. em. Stephan Leimgruber

1858 in Strassbourg geboren wuchs Charles de Foucauld in einer christlichen Familie auf. Sein Glaube kam ihm in der Jugendzeit abhanden. Er wandte sich dem Militär zu, wurde Offizier und kam in die Fahrwasser eines leichten Lebens. Er sagt von sich selbst: «Mit 17 Jahren war ich durch und durch egoistisch und vergass Gott.» Nach sechs Jahren hatte er genug von diesem Leben und setzte sich nach Nordafrika ab, in Vorbereitung einiger Reisen mit wissenschaftlichen Interessen. So bereiste er zusammen mit dem jüdischen Führer Mardochai Marokko und verkleidete sich selber ebenfalls als Jude. Sie erkundeten Geographie, Archäologie und Geschichte des Landes, was ihm später viel Anerkennung brachte. Doch am meisten beeindruckten ihn die gläubigen Muslime in Marokko; ihr Gebet und ihre demütige Grundhaltung. Er sagte: «Der Islam hat in mir eine Erschütterung bewirkt. Angesichts dieses Glaubens und der Menschen, die in ständiger Gegenwart Gottes leben, ahnte ich, dass es etwas Grösseres und Wahreres geben musste jenseits der Geschäftigkeit der Welt.» So kam es allmählich zu einer Konversion. Charles entdeckte Jesus und dessen Leben aus Liebe zu den Menschen, und das wollte er mit all seinen Kräften nachahmen. Weihnachten 1888 erlebte er in Bethlehem in der Grotte, wo man die Geburtsstelle Jesu zeigt. Hier erfuhr er unsägliche Freude. 1890 geht er zu den Trappisten, einem strengen beschaulichen Orden, und führt ein Leben in Armut und Gebet.

Noch vor den ewigen Gelübden verlässt er die Gemeinschaft in Syrien und wendet sich Nazaret zu, und zwar einem Haus der Klarissen. Hier fungierte er als Hausdiner in spiritueller Nähe zu Jesus Christus. Kennzeichen dieser Zeit waren Verborgenheit und einfache Arbeit. Er las die Schrift und befolgte alle Ratschläge Jesu. Er wollte wie Paulus von seiner Hände Arbeit leben und diese Arbeit mit dem Gebet verbinden. Von 1887-1890 lebte er als Einsiedeler im Heiligen Land. Bald genügte ihm das nicht mehr. Er möchte eine Gemeinschaft gründen, deren Mitte die Eucharistie sein sollte. Er strebte die Priesterweihe an, die er im Jahre 1901 empfing. Sogleich fühlte er sich berufen, zu den «verlorenen Schafen» zu gehen, zu den Menschen, die verlassen sind und niemanden haben. Charles de Foucauld fand diese Verlassensten bei den Muslimen in Marokko und in der Wüste Sahara. Dort wurde er gut aufgenommen, erhielt ein Gästezimmer aus Lehmziegeln und eine Kapelle, in der er das Allerheiligste einrichtete. Viele Menschen kamen zu ihm: Sklaven, Arme, Kranke, Soldaten, Reisende Neugierige. Er wird sich bewusst, dass an diesem Ort und wohl in ganz Afrika die Sklaverei noch nicht abgeschafft war. Er will eine Gemeinschaft gründen, aber er fand keine Brüder. «Ich bin noch immer allein», sagte er.

1903 verbringt der Bischof der Sahara einige Tage bei  Bruder Karl. Es wird über die Tuareg gesprochen, die keinen Seelsorger haben. Deshalb bietet sich Karl an, zu den Tuareg zu gehen. Er will das Evangelium bis an die Grenzen der Erde bringen. Nun lebt er mitten in der Wüste mit den Tuareg zusammen. Er hat wiederum das Allerheiligste eingerichtget im Vertrauen, dass er daraus Leben und Liebe gewinnt. Er studierte die Sprache der Tuareg und erstellte ein Wörterbuch. Er übersetzte das Evangelium in ihre Sprache. Zehn Jahre feierte er täglich die Messe, ohne dass sich ein Tuareg bekehrt hätte. Am 1.Dezember 1916 wird er gewaltsam getötet.

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