Bistum Basel

Artikel im Warenkorb hinzugefügt

Warenkorb anzeigen

«Reboot» – die Kirche braucht einen Neustart

Christian Kelter, Gemeindeleiter in Hünenberg hat in einem Buch seine Gedanken zur Katholischen Kirche der Zukunft niedergeschrieben. 

Von Franz Lustenberger, Zuger Presse

«Ich möchte mich nicht mit dem Status-Quo zufriedengeben.» Christian Kelter stellt sich deshalb, eine Kirche vor, die mutig ist und neue Wege beschreitet. Darin ist er sich im Gespräch anlässlich der Vernissage von letzter Woche einig mit Gemeindeleiterin Hella Sodies aus Greifensee/ZH und mit SRF-Religionsredaktor Norbert Bischofberger. Denn Gott sei bei allen Menschen; die gottlose Welt gebe es nicht. Aber: «Wir haben aus Gottes dynamischem Wort Gesetze gemacht.» Und kritisch zum Alltag in der Seelsorge: «Wir arbeiten Programmteile ab.» Die Sprache in der Kirche sei zudem oft «gestelzt», fern der Sprache der heutigen Zeit.

«Geh raus»

Anstelle der Routine rufen die beiden Gemeindeleiter Hella Sodies und Christian Kelter die Seelsorgenden auf, hinaus aus den Kirchen und den Büros zu gehen. Christus habe schliesslich auf der Strasse gelebt und dort seine Botschaft verkündet. Kirche heute müsse Menschen erreichen und aktiv auf sie zugehen, auch mit neuen Angeboten. Christian Kelter spricht von einer Arbeit «ohne Kirchenballast». Denn viele Menschen in der heutigen Zeit würden der Institution wenig zutrauen. «Die Kirche muss lockerer werden», nicht alles bis ins letzte Detail planen, sondern allen Engagierten – den Angestellten wie den Ehrenamtlichen – Raum für eigenes kreatives Handeln zugestehen und dies auch fördern.

Für Christian Kelter ist es wichtig, an den Strukturen der Kirche nicht zu verzweifeln und mit Optimismus für und mit den Menschen vor Ort zu arbeiten und auf dem Weg zu sein. Hella Sodies sprach an der Vernissage von der Glaubwürdigkeit, unter welcher die Kirche wegen der fehlenden Gleichberechtigung zusehends leide. Oder etwas pointierter ausgedrückt – und da greifen beide Gemeindeleiter auf ihre deutsche Herkunft zurück: Skandale wie in Köln oder anderswo auf der Welt würden sich auch hier auswirken.

Sowohl Christian Kelter wie auch Hella Sodies betonen, dass die Kirche offen für alle Menschen haben müsse: «Wir bieten Zeit und Ort der Spiritualität an.» Für beide ist die Begegnung auf Augenhöhe mit den Menschen wichtig. Seelsorgende müssten deshalb in erster Linie «zuhören» können.

  • Christian Kelter, Reboot., Echter Verlag Würzburg, 2022
Diese Webseite benutzt Cookies für Statistiken, zur Seitenoptimierung und für zielgerichtetes Marketing. Mit der weiteren Benutzung dieser Seite akzeptieren Sie den Einsatz von Cookies zu diesen Zwecken. Lesen Sie hier mehr.