Bistum Basel

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Start einer neuen Amtsperiode

Ende Februar 2023 haben sich die Mitglieder des Priesterrats und des Rats der Diakone und Theologen/-innen in Delémont zur ersten Sitzung getrofen. Im Priesterrat wurde die Stimme der Priester aus anderen Diözesen, im Rat der Diakone und Theologen/-innen die Stimme der Diakone verstärkt; umgekehrt sind in diesem Rat weniger Frauen vertreten.

Von Markus Thürig, Generalvikar

Die ersten Diskussionen und Beratungen haben von engagierten Mitgliedern gezeugt, die unterschiedliche Positionen einbringen. Die geistliche Einstimmung zum Gleichnis vom Sämann (Mk 4,1-9) und die gute Stimmung unter den Anwesenden rundeten den erfreulichen Start in die neue Amtsperiode ab.

Zum Präsidenten der beiden Räte ernannte Bischof Felix Gmür wieder Generalvikar Markus Thürig. Mit ihm arbeiten im Präsidium Philipp Ottiger als Vizepräsident des Priesterrats und Jessica Zemp als Vizepräsidentin des Rates der Diakone und Theologen/-innen. Im Stiftungsforum des Hilfswerks Fastenaktion wird Roman Ambühl die beiden Räte vertreten.

Das erste Schwerpunktthema nahm die Diskussion aus dem vergangenen Jahr wieder auf: Wegweiser für die Gestaltung der Pastoral. Welche Entwicklungen/Veränderungen, welche die Pastoral betreffen, werden in den kommenden Jahren erwartet? Was können wir heute tun, um später handlungsfähig zu bleiben und in einer veränderten Situation den kirchlichen Auftrag zu erfüllen? In Stichworten sind die erwarteten Entwicklungen so gefasst: Gesellschaftlicher Relevanzverlust der Kirche(n); volkskirchliche Traditionen brechen weg; weniger engagierte Getaufte und weniger Angestellte; geringere, ungleich verteilte finanzielle Mittel; Freiwilligenengagement; Kirchengemeinschaft als Netzwerk; interkulturelle Pastoral; Digitalisierung. Die Räte unterstrichen, dass der Zeitdimension (Ungleichzeitigkeiten von Entwicklungen, fluide Zustände), der Genderfrage und der Klimafrage mehr Gewicht gehört.

Unter dem Stichwort Handlungsoptionen diskutierten die Räte, was heute getan werden kann, um Morgen in verändertem Umfeld den Auftrag erfüllen zu können. Neue Handlungsspielräume zu schaffen, bleibt herausfordernd, weil damit auch schnell das eigene Berufsbild in Frage gestellt wird. Gleicht das Vorhaben nicht der Quadratur des Kreises, insofern Seelsorger/-innen ganz im Jetzt stehen und zugleich ins Neue hinausgehen sollen? Ist es zielführend, viele erwartete Entwicklungen in den Blick zu nehmen, oder braucht es eine Konzentration auf einen oder zwei Aspekte? Welche Entwicklungen sind denn wirklich steuerbar und wie vertrauen wir auf das Wirken des Heiligen Geistes? Wie entkommen wir dem Positionskrieg: bewahren – erneuern? Was braucht es an klarer struktureller Voraussetzung, damit Innovation entstehen kann?

Die Suche nach Handlungsoptionen wirft wieder viele Fragen auf. Spannende Diskussionen stehen bevor – bis in die zweite diözesane Versammlung hinein, die im Herbst in Bern tagen wird.

Im zweiten Schwerpunktthema diskutierten die Räte die Evaluationsergebnisse der SPI-Studie zur Errichtung der Pastoralräume. Noch denken die Menschen in Pfarreien. Es kommt aber Bewegung auf, wenn Vereine, Kirchenchöre, Sakramentenvorbereitungen, Immobilienstrategien u.a.m. im Horizont eines Pastoralraumes aufgenommen wird. So kann die pastorale Grundversorgung von einem grösseren Team geleistet werden. Die Getauften orientieren sich deutlicher nach Orten, wo sie das Feuer brennen sehen, wo sie sich heimisch fühlen, wo ihre Identität bestärkt wird, wo sie Nähe erfahren. Drei Herausforderungen ist Aufmerksamkeit zu schenken: Teamentwicklung, Leadership und Innovation.

Eine Kurzberatung war den Taufpaten/-patinnen gewidmet. In der pastoralen Praxis führt die Frage nach den Paten/-innen immer häufiger zu unschönen Diskussionen mit den Taufeltern. In der Beratung ging es um die Prüfung von Vorschlägen, die diese Schwierigkeit entspannen können. Das Thema wird in der Juni-Sitzung wieder aufgenommen.

Die jährliche Evaluation der diözesanen Weiterbildung stelle fest, dass die Lernplattformreligion.ch noch nicht bei allen Seelsorger/-innen als Drehscheibe für Weiterbildungsangebote angekommen ist. Inhaltlich ist man mit den Kursangeboten zufrieden. In der Fülle finden sich nicht alle zurecht. Zukünftig werden Hinweise in einem Newsletter veröffentlicht.

Bei den Informationen hat Bischof Felix Gmür über seine Erfahrungen an der kontinentalen synodalen Versammlung in Prag berichtet. Er betonte die unterschiedliche Vorgehensweise in den verschiedenen Ländern Europas und die Bedeutung der grossen kulturellen Unterschiede im Hinblick auf Veränderungen. Wertvoll war die Erfahrung, dass Aufeinander-Hören gegenseitiges Verständnis weckt und gemeinsame Handlungsspielräume öffnet. Die Delegation aus der Schweiz betonte zwei Themen: Stellung der Frau und Partizipation. Als eine Frucht dieser synodalen Versammlung beabsichtigen die Bischofskonferenzen, den Austausch zu intensivieren.

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