Bistum Basel

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4. Massnahmen zur Prävention im Umgangs mit Nähe und Distanz

Der Bischof ordnet auf Empfehlung des diözesanen Fachgremiums und nach Rücksprache mit den staatskirchenrechtlichen Körperschaften folgende Massnahmen zur Prävention im Bereich des professionellen Umgangs von Nähe und Distanz an:

  1. Präventionsbeauftragte/Präventionsbeauftragter
    Der Bischof bestimmt eine Präventionsbeauftragte/einen Präventionsbeauf­tragten, die/der die Umsetzung der Präventionsmassnahmen durchsetzt und überprüft.[1]
  2. Zuständigkeit für die Umsetzung         
    Die pastoralen Vorgesetzten sind gemeinsam mit den Anstellungsbehörden dafür verantwortlich, dass die Präventionsmassnahmen umgesetzt werden.
  3. Verhaltenskodex
    Die Seelsorgeteams erarbeiten unter der Führung der pastoralen Vorgesetzten für ihre je eigene Situation einen Verhaltenskodex. Die/der Präventionsbeauf­tragte unterstützt sie dabei.
  4. Mitarbeitergespräch
    Die pastoralen Vorgesetzten thematisieren in den Mitarbeitergesprächen das Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bereich Nähe und Distanz.
  5. Controlling
    Die regionalen Bischofsvikare, die Regionalverantwortlichen, die Leitungen der Pastoralräume sowie der Spezialseelsorge- und Fachstellen prüfen in den jähr­lichen Mitarbeitergesprächen, ob die vorgesehenen Präventionsmassnahmen in der vergangenen Periode wahrgenommen wurden.
  6. Weiterbildung
    Die pastoralen Vorgesetzten veranlassen und überprüfen, dass alle pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geeignete Weiterbildungen absolvieren. Alle wissen
    • um die Problematik von asymmetrischen Beziehungen (oben-unten);
    • um die Problematik von Körperkontakten in schwierigen Gesprächen und be­sonderen Begegnungen (z.B. seelsorgerliche Einzelgespräche, Ausflüge, Lager, Sakristei bei der Einkleidung von Ministrantinnen und Ministranten, Einzel­stunden in Gesang- und Orgelunterricht, Religionsunterricht);
    • um Ort, Zeit und Umfeld, in dem sensible Gespräche einzuplanen sind (z.B. in öffentlichen Räumen, in der Regel zu normalen Arbeitszeiten);
    • um den heiklen Grenzbereich zwischen professionellen Kontakten als pastorale Mitarbeiterin und pastoraler Mitarbeiter und den persönlichen, privaten Bezie­hungen;
    • um die eigenen Bedürfnisse nach Begegnung, Nähe und Sexualität; sie reflek­tieren angemessene und verantwortungsvolle Formen und Beziehungsge­staltung.
  7. Selbstverpflichtung
    Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Ernennung oder einer Missio canonica unterzeichnen beim Stellenantritt eine Selbstverpflichtung[2]. Mit dieser erklären sie, dass sie das Dokument «Sexuelle Übergriffe im kirchlichen Umfeld. Richtlinien der Schweizer Bischofskonferenz und der Vereinigung der Höhern Ordensoberen der Schweiz (4. Auflage, Freiburg, März 2019)» sowie das hier vorliegende Konzept zur Kenntnis genommen haben und sich entsprechend verhalten.
  8. Auszug aus dem Strafregister   
    Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer Ernennung oder einer Missio canonica reichen mit den Bewerbungsunterlagen den Privat- und Sonder­privatauszug aus dem Schweizerischen Strafregister der Abteilung Personal ein. Personen aus dem Ausland reichen die Auszüge aus jenem Land ein, in dem sie bisher tätig gewesen sind. Priester und Ordensangehörige aus Nicht-EU/EFTA-Staaten reichen die durch den Heimatbischof bzw. den Ordensoberen unter­zeichnete «Unbedenklichkeitserklärung» ein.      
    Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Ernennung oder Missio canonica geben dem Bischof schriftlich das Einverständnis, dass er eine Kopie des Privat­auszuges und des Sonderprivatauszuges aus dem Schweizerischen Strafregister bzw. des gleichwertigen Dokuments ihres Herkunftslandes der neuen Anstel­lungsbehörde zur Aufbewahrung im Personaldossier zustellen darf.   
    Der Bischof fordert alle drei Jahre von allen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit einer Ernennung oder einer Missio canonica einen aktuellen Privatauszug und Sonderprivatauszug ein, der nicht älter als ein Jahr ist. Die Betroffenen geben dem Bischof schriftlich das Einverständnis, dass er die Kopien an die Anstellungsbehörden zur Aufbewahrung im Personaldossier weiterleiten darf.
  9. Ausbildung zum kirchlichen Dienst      
    Theologiestudentinnen und Theologiestudenten des Bistums Basel werden im Rahmen der Studienbegleitung und der Berufseinführung ausführlich in den professionellen Umgang mit Nähe und Distanz eingeführt.        
    Studierende (Theologie und RPI) des Bistums Basel reichen dem Regens vor ihrem ersten Praxiseinsatz im Rahmen des Studiums einen aktuellen Privataus­zug und Sonderprivatauszug aus dem Schweizerischen Strafregister bzw. ein gleichwertiges Dokument ihres Herkunftslandes ein.
  10. Der Bischof empfiehlt den pastoralen Vorgesetzten und den Anstellungsbehör­den für alle weiteren Personen, die im pastoralen Dienst tätig sind:
    • Die Anstellungsbehörde ist beim Stellenantritt einer neuen Mitarbeiterin oder eines neuen Mitarbeiters im Besitz des aktuellen Privat- und Sonderprivataus­zuges aus dem Schweizerischen Strafregister bzw. des gleichwertigen Doku­ments des Herkunftslandes. Diese Empfehlung gilt vor allem für Personen, die eng mit Kindern und Jugendlichen bzw. mit Erwachsenen in einem sensiblen Bereich zusammenarbeiten (z.B. Katecheten/-innen, Jugendarbeiter/-innen, Präsides von Kinder- und Jugendverbänden, Sozialarbeiter/-innen).
    • Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterzeichnen die Selbstver­pflichtung als Beiblatt zum Arbeitsvertrag, in dem sie sich auf die Grundsätze und auf die Verhaltensvorgaben im Umgang von Nähe und Distanz verpflich­ten.[3]
    • Selbstverpflichtung und Auszüge aus dem Strafregister werden durch die An­stellungsbehörden aufbewahrt.
    • Pastorale Vorgesetzte und Anstellungsbehörden sorgen dafür, dass regelmäs­sige Weiterbildungsveranstaltungen im Bereich «Nähe und Distanz» durch­geführt werden. Insbesondere sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Kenntnis von den Interventionsmöglichkeiten haben, wenn sie Opfer von sexuellen Übergriffen geworden oder in anderer Weise mit sexuellen Über­griffen konfrontiert worden sind.
  11. Empfehlungen für Freiwillige    
    Der Bischof empfiehlt den pastoralen Vorgesetzten für Freiwillige, die in einem sensiblen Bereich (z.B. Dienste an Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Kinder, Jugendliche, Betagte) in einem offiziellen Auftrag tätig sind:
    • Die Vereine und Verbände (z.B. Jubla Schweiz, Pfadibewegung Schweiz, SKF, KAB, Kolping) haben eigene Konzepte zu Prävention und Intervention. Diese Konzepte sind durch die pastoral vorgesetzten Instanzen zu achten. Die pastoral vorgesetzten Instanzen können die Leitenden der Vereine und Verbände in der Weiterbildung der Freiwilligen unterstützen.
    • Freiwillige, die in einem sensiblen Bereich der Pastoral tätig sind, unterzeich­nen eine Selbstverpflichtung.[4]
    • Freiwillige, die in einem sensiblen Bereich der Pastoral tätig sind, legen der pastoral vorgesetzten Instanz vor der Aufnahme ihres Dienstes einen aktuel­len Privat- und Sonderprivatauszug aus dem Schweizerischen Strafregister bzw. ein gleichwertiges Dokument des Herkunftslandes vor. Der Bischof empfiehlt, dass die Kosten durch die Kirchgemeinde getragen werden.
    • Selbstverpflichtung und Auszüge aus dem Strafregister werden durch die vorgesetzte pastorale Instanz aufbewahrt.
    • Die pastoral vorgesetzte Instanz ist verantwortlich, dass die Freiwilligen durch ihre Begleitpersonen regelmässig im korrekten Verhalten im Bereich Nähe und Distanz weitergebildet werden.
    • Die pastoral vorgesetzten Instanzen sind dafür verantwortlich, dass die Frei­willigen über die Interventionsmöglichkeiten Kenntnis haben, wenn sie mit sexuellen Übergriffen konfrontiert werden.

 


[1] Beschreibung des Auftrags siehe Anhang 5.

[2] Siehe Anhang 8: Erklärung. Kenntnis und Einhaltung der SBK-Richtlinien.

[3] Siehe Anhang 6: Selbstverpflichtung: Beiblatt zum Anstellungsvertrag.

[4] Siehe Anhang 7: Selbstverpflichtung freiwilliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Dienste einer Pfarrei, eines Pastoralraumes, einer Fachstelle, einer Spezialseelsorgestelle oder einer anderssprachi­gen Mission stehen.

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