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«Lebendiges Feuer entfachen»: Diözesanes Firmforum
Fast 100 Personen trafen sich am 10. November 2025 in der Pfarrei Dreifaltigkeit in Bern, um an gemeinsamen Haltungen und guter Praxis zu arbeiten, damit die Firmung «lebendiges Feuer entfacht» – so lautete die Ausschreibung. Vor allem Firmverantwortliche aus Pfarreien im ganzen Bistum, aber auch Pastoralraum- und Pfarreileitungen, Firmbegleitende, Fachstellenverantwortliche und zwei Firmspender teilten inspirierende Erfahrungen und nahmen kreative Impulse mit nach Hause.
Weil der Heilige Geist in der biblischen Pfingsterzählung bildlich als Feuer beschrieben wird, orientierte sich der Tagungsablauf an diesem Symbol: Unter dem Motto «Holz anlegen» stellten Julian Miotk und Markus Elsener (Dozenten am Religionspädagogischen Institut Luzern) sowie Detlef Hecking (Pastoralverantwortlicher Bistum Basel) empirische, religionspädagogische und sakramententheologische Aspekte zur Firmung vor. Mit dem Stichwort «Das Feuer entzünden» wurden Kurzvideos von jungen Erwachsenen eingespielt, die erzählten, wie die Firmung bei ihnen zu einer nachhaltigen Erfahrung wurden und zu persönlichem Engagement z.B. in Jugendarbeit und Kirche geführt haben. «Das Feuer brennt» war das Motto einer schlichten, eindrucksvollen Feier, die in einem Prozessionsweg von der Rotonda in die Dreifaltigkeitskirche und zurück führte. Die jeweiligen Impulse und Erfahrungen wurden in Austauschgruppen vertieft, die Ergebnisse in Online-Tools festgehalten. Den Abschluss der Tagung bildeten Themengruppen, die von einem Praxistreffen der Teilnehmenden aus einem konkreten Pastoralraum über inhaltliche Vertiefungen bis zu zwei Gruppen reichten, die das aus der Weltsynode bekannte «Gespräch im Geist» einübten. Mit seiner partizipativen Methodik verstand sich das Firmforum auch als weiterer Schritt im synodalen Prozess des Bistums Basel.
Einige inhaltliche Spuren zogen sich durch die ganze Tagung: Einerseits sollte Firmung nicht mit zu vielen Erwartungen überladen werden: Auch die Firmung 17+, die auf freier Entscheidung der Firmandinnen und Firmanden aufbaut, kann und muss weder Kirche noch Welt «retten». Andererseits, und dies stand im Vordergrund, bietet ein sorgfältig gestalteter Firmweg eine enorme Chance, eine «Landepiste für den Heiligen Geist» zur Verfügung zu stellen, wie es ein Teilnehmer ausdrückte. So ist es angesichts vielfältiger gesellschaftlicher und kirchlicher Herausforderungen ein Erfolg, wenn die Firmquote mancherorts langjährig stabil bleibt oder wenn sich Menschen in persönlichen Begegnungen, gesellschaftlichem oder kirchlichem Engagement noch Jahrzehnte später positiv an den Firmweg erinnern, wie das mehrfach an der Tagung berichtet wurde. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist gute, Vertrauen ermöglichende Beziehungsarbeit vor Ort, stabile Teams und die Einbettung des Firmwegs in die Gesamtpastoral. Ebenfalls wichtig sind tragfähige Absprachen und gutes Zusammenwirken zwischen den Verantwortlichen vor Ort und den Firmspendern.
Organisiert und moderiert wurde die Firmung von einem engagierten OK, in dem mit Patrik Böhler, Ivo Bühler, Maria Carminitana, Detlef Hecking, Rafal Lupa und Markus Portmann viel Erfahrung und Fachkompetenz aus unterschiedlichen Feldern der Firmpraxis zusammenkamen.